• Vorsorge/Früherkennung/HPV-Impfung

  • Wozu überhaupt die Krebsfrüherkennungsuntersuchung ?

Bei Frauen können sich im Bereich des Gebärmutterhalses  Zellveränderungen  bilden, die - falls sie nicht als Vorstufen erkannt werden -  zu Gebärmutterhalskrebs (Cervix-Carzinom) werden können.
Deshalb wurde endlich 1971 in Deutschland die "Vorsorge" mit Zellabstrich vom Gebärmutterhals als kassenärztliche Leistung eingeführt.
Leider ist der Anteil der Frauen, die diese Untersuchung regelmäßig in Anspruch nehmen, immer noch viel zu gering (momentan nicht einmal 50% !), Tendenz derzeit sogar eher fallend! 
Trotzdem ist seither die Häufigkeit des Cervixcarzinoms um weit mehr als die Hälfte gesunken. (Und mit der neuen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (siehe unten) wird die Rate weiter sinken, aber das greift erst nach Jahren)
Natürlich enthält die Früherkennungsuntersuchung zusätzlich auch noch das Abtasten der Gebärmutter und der Eierstöcke, offiziell erst ab 30 Jahren das Abtasten der Brust und ab 50 Jahren noch die Austastung des Enddarmes und einen Suchtest auf Blut im Stuhl  (s.u.). 

Link zur Früherkennung

Was wird untersucht ?

Bei der Krebsfrüherkennungsuntersuchung (ab 20 Jahren) werden Zellabstriche vom Gebärmutterhals entnommen. Diese Untersuchung ist völlig schmerzlos. Oft wird vorher noch eine Kolposkopie durchgeführt, eine Betrachtung des Muttermundes ( = unterer Teil des Gebärmutterhalses = Portio) mit einer speziellen Stereo-Lupe, um Veränderungen wesentlich besser (mit speziellem Grünlicht zur noch besseren Gefäßdarstellung) zu sehen und den Abstrich gezielter abzunehmen. 
Auch heute machen noch gelegentlich manche Hausärzte die Vorsorge "halt so mit", - zumindest die wichtige Untersuchung mit dem (ziemlich teuren) Kolposkop werden Sie bei keinem Hausarzt finden, es werden deshalb dort wesentliche Vorteile einer gezielten Abstrich-/Probenentnahme unter Zuhilfenahme eines Kolposkopes verschenkt, abgesehen von der vielfachen täglichen Übung bei der gynäkologischen Untersuchung überhaupt.....

Link zur Untersuchung:

Beim Zytologen werden nach relativ aufwendiger Färbung die entnommenen Präparate mikroskopisch bis ins Detail untersucht und einer Einstufung nach Papanicolaou (Stufe "Pap. 1 bis 5") unterzogen.
Sollten sich Zellveränderungen gebildet haben, lassen sich diese in einem sehr hohen Prozentsatz schon als Krebsvorstufen feststellen, die dann entsprechend behandelt werden können, bevor sie zum manifesten Krebs werden.
Der Gebärmutterhals ist die einzige Stelle im Körper einer Frau, wo das Wort "Vorsorge" seinen Namen zu Recht hat, weil man tatsächlich Zellen auf dem "Weg zum Krebs" als Vorstufen entdecken und sie behandeln kann, lange bevor sie zum wirklichen Krebs werden. Inzwischen gilt als sicher, daß Gebärmutterhalskrebs durch HPV (Humane Papillom-Viren) hervorgerufen wird. Es wird deshalb auch inzwischen ein spezieller DNA-Test auf HPV empfohlen. Außerdem kann die spezielle Abstrichentnahme und Untersuchung mit der Thin-Prep-Methode eine deutlich verbesserte Aussage und Sicherheit bieten (Igel-Leistung).

  

Impfung gegen Cervixkarzinom (=Gebärmutterhalskrebs) = HPV-Impfung

ERFREULICH: mehrere Krankenkassen zahlen die  HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bis zum 27.Geburtstag! Einzelheiten hier: 

Seit 2006 ist der erste prophylaktische Impfstoff gegen die Verursacher des Gebärmutterhalskrebses (Cervixkarzinom) zugelassen und in Gebrauch.
Eine revolutionäre Innovation und geniale gesundheitserhaltende Neuerung !!! 
Cervixkarzinome werden durch Humane Papillom-Viren verursacht und sind nach dem Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen bis 45 Jahren.
Weltweit erkranken jährlich etwa 500.000 Frauen an Cervixkarzinom, allein in Europa mit seinen weitreichenden Vorsorgeprogrammen sind noch ca. 33.000 (!) Neuerkrankungen und ca. 15.000 Todesfälle pro Jahr zu beklagen! In Deutschland pro Jahr ca.4500 Neuerkrankungen, davon sind allein 2004 1660 Frauen in Deutschland daran gestorben! Und in nahezu 100% aller Cervixkarzinome findet man HPV-Viren, vor allem des Typs 16 und 18, die für ca. 70% der Karzinome verantwortlich sind. Inzwischen ist gesichert, daß HPV die Auslöser des Cervixkarzinoms sind, außerdem können andere der insgesamt ca. 100 bis 150Virustypen die allseits beliebten
Feigwarzen (Condylomata acuminata, auch "Genitalwarzen oder spitze Kondylome" genannt) auslösen, die sehr häufig wiederkommen und zu über 90% von den Virustypen 6 und 11 ausgelöst werden.
Die Impfung ist sowohl ungefährlich (!) wie auch äußerst nebenwirkungsarm, sie wirkt gegen die Virustypen 16 und 18 und 5 weitere Virustypen der Hochrisikoreihe sowie auch gegen Typ 6 und 11, also auch gegen
Feigwarzen (s.o.).  Insgesamt ist heute nach wie vor eindeutig die Impfung anzuraten. Bisher (bis 2016) war das von der STIKO empfohlene Impfalter 12-17 Jahre mit 3 Impfungen, inzwischen wird auch eine Erstimpfung mit 9 Jahren und der Nachfolgeimpfung nach 6 Monaten empfohlen, hier sollen 2 Impfungen ausreichend sein.
Nach heutigen Erkenntnissen bewirkt die Impfung eine langdauernde und sichere Immunität gegen die genannten Virustypen, möglicherweise sogar noch eine zusätzliche Kreuzimmunität gegen weitere Virustypen.
Wichtig ist, daß die Impfung „nur“ ca. 80-90%  der Karzinome und seiner Vorstufen verhindern kann, das heißt, daß die bisherige Vorsorge in keiner Weise überflüssig wird und auch die Intervalle bisher gleich bleiben !
Ausnahmen der Kostenerstattung über 18 siehe unter Aktuelles, 

Impfabstände der 3 nötigen Impfungen zwischen 12 und 17 Jahren:

>1.Impfung:    Tag 0
>2.Impfung:    ca. 8 Wochen danach bei Gardasil,  bei Cervarix: 4 Wochen
>3.Impfung:    ca. 6 Monate nach der 1. Impfung.

ab 9 Jahren:

>1. Impfung: Tag 0
>2. Impfung: nach 6 Monaten

Die ideale Zielgruppe sind die Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivitäten, also möglichst, aber keinesfalls zwingend, vor dem 1.Geschlechtsverkehr. Aber selbstverständlich sind auch noch Impfungen in späterem Alter sinnvoll, nur wird es  eventuell ein Problem mit der Bezahlung durch manche Kassen geben, wenn der 18. Geburtstag vorbei ist. 
Eigentlich gibt es aber keine Altersgruppe sexuell aktiver Frauen, die nicht für die Impfung geeignet wäre, auch Männer können und sollten geimpft werden ! (die zwar kein Cervixkarzinom bekommen können, dafür aber als Virusübertäger wegfallen). Außerdem sind die beimpften Virustypen 16 und 18  und die anderen 5 HR-Typen auch noch maßgeblich an der Enstehung seltenerer Krebse beteiligt (Vaginal-, Vulva-, Anal-,  Penis- und Rachenkarzinome.)

Insgesamt:  die beste und revolutionärste Neuerung in der Medizin vieler Jahre und absolut zu empfehlen!!!   Bitte fragen Sie mich!

 
                             
              
         
HP-Virus (Modell)                   beginnendes Cervixkarzinom                               fortgeschrittenes Cervixkarzinom                                       Feigwarzen (Condylome)
                                                                                     Bilder aus dem "Netteratlas" Band 3 Genitalorgane Thiemeverlag Stuttgart



Links:       http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_allgemeines_592.html
                 http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_hpv-bzw-gebaermutterhals-stellungnahmen-zur-hpv-impfung_1079.html
                
http://kaernten.orf.at/stories/153675/
      
       
         http://zervita.de/



 


Im weiteren Verlauf der Vorsorgeuntersuchung werden die Organe des Unterleibes (Gebärmutter, Eierstöcke, gesamtes kleines Becken) abgetastet, bei Auffälligkeiten werden dann evtl. weitere Untersuchungen wie z.B. Ultraschall vorgenommen.
Offiziell (nach Vorgabe der Krankenkassen) erst ab dem Alter von 30 Jahren, bei verantwortungsvollen Frauenärzten aber schon viel früher, wird auch die Brust abgetastet, um Knoten oder Verhärtungen zu erkennen.
Links mit Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust finden Sie hier und weiter unten.  
 Mit freundlicher Genehmigung der Firma Dr.Kade/Besins.  Fertig gedruckte Anleitungen zum Mitnehmen gibt es auch in der Praxis,bitte fragen Sie danach!

Infos zu Brustkrebs hier

  

 Ab 50 Jahren findet auch die Austastung des Enddarmes zur Früherkennung rektumnaher (also maximal zeigefingerweit vom Darmausgang entfernter) Karzinome statt, und Sie bekommen einen Stuhltest mit (Haemoccult- oder Hemofec-Test), der aus drei Testbriefchen besteht und in die bei drei hintereinander folgenden Stuhlgängen jeweils eine kleine Stuhlprobe aufgetragen wird. 
Hiermit kann für bloßes Auge unsichtbares, verstecktes (occultes) Blut aus dem Magen-Darm-Bereich entdeckt werden. Besonders empfindlich und genau ist dieser Test allerdings nicht.
Ab 55 Jahren müssen Sie sich entscheiden, ob Sie einer insgesamt zweimaligen Vorsorge-Darmspiegelung (heißt: Koloskopie ohne jegliche Beschwerden und Symptome) im Abstand von 10 Jahren (eigentlich die beste und sicherste Methode und sehr zu empfehlen!) oder der weiteren Stuhluntersuchung per Haemoccult-Test, allerdings nur noch alle 2 Jahre, den Vorzug geben. Beides zusammen wird nicht von den gesetzlichen Kassen bezahlt.
Mein Rat: Die Vorsorge-Koloskopie ist das Beste und Sicherste, man kann hierbei auch eventuell vorhandene Polypen und Adenome, die Krebsvorstufen sein können, gleich entfernen. Und unter einer "Halbnarkose" (einer Art Dämmerschlaf), wie sie die meisten gastro-enterologischen Praxen anbieten, ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) überhaupt nicht schmerzhaft.
Medizinisch notwendige (also nicht vorsorgliche) Untersuchungen des Darmes wegen Beschwerden oder Blutungen sind hiervon völlig unberührt und sind natürlich zu jeder Zeit möglich und nicht an die oben erwähnten 10 Jahre oder irgendwelche Zeiträume gebunden.
Ich berate Sie gerne bei Ihrer Entscheidung und habe für Sie ein Merkblatt bereit. Außerdem können Sie auch jederzeit den verbesserten und wesentlich empfindlicheren immunologischen Doppel-Stuhltest (Hb/Hp-Komplex) machen (Empfindlichkeit >90% gegen 40% beim Haemoccult) , er  hat keine vorherigen Diätvorschriften, allerdings ist er auch keine Kassenleistung.
Dennoch bleibt die Darmspiegelung unschlagbar in ihrer Sicherheit!
Auf jeden Fall: Verzichten Sie nicht auf eine Stuhluntersuchung, wenn Sie mehr Sicherheit und vielleicht noch keine Koloskopie wollen.
Wir bieten den Stuhltest als IGEL-Leistung zu kleinem Preis an, wenn Sie trotz  Vorsorge-Koloskopie einen Stuhltest wünschen, der vor Ablauf der 10 Jahre gemacht werden soll oder wenn Sie jünger als 50 sind. So bleibt mehr Sicherheit für Sie erhalten, auch wenn die Krankenkasse die Kosten nicht mehr übernimmt. Allerdings brauchen Sie überhaupt keinen Stuhltest in den ersten 3-4 Jahren nach einer unauffälligen Koloskopie zu machen.
Nutzen Sie die Vorsorgeuntersuchung, denn Vorsorgemaßnahmen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen den Krebs und für ein gesundes Leben. Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung bietet hierzu eine sehr gute und gesicherte Grundlage!

 

  • Kann ich noch mehr für meine Vorsorge und Sicherheit tun ?

Es gibt natürlich noch etliche weitere zusätzliche Möglichkeiten, Krebsfrüherkennung noch deutlich aussagekräftiger zu gestalten und damit dem Bedürfnis vieler Frauen nach möglichst hoher Sicherheit nachzukommen. Hier sind die Untersuxchungen gemeint, die Ihnen Ihre gesetzliche Krankenkasse gar nicht oder nur bei medizinischer Notwendigkeit bezahlt, also z.b. eine

  • Ultraschalluntersuchung des inneren Genitals,
  • Ultraschalluntersuchung der Brust
  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl ausserhalb der gesetzlichen Intervalle
  • hochempfindlicher immunologischer Stuhltest auf Blut (besser)
  • Thin-Prep-Zytologie, eine deutlich verbesserte Methode mit wesentlich höherer Zellausbeute und erheblich verbesserter Befundsicherheit
  • HPV-Test zum Ausschluss humaner Papillom-Viren (s.o.)
  • Chlamydientest ab 25.Geburtstag zum Ausschluss einer Chlamydien-Infektion
  • Blutbild- Urin- und Laboruntersuchungen je nach Wunsch   und anderes mehr

Viele medizinisch wichtige und ärztlich empfohlene sinnvolle Untersuchungen können die gesetzlich vorgesehenen Früherkennungsmaßnahmen ergänzen und ganz wesentlich verbessern. Wir bieten diese Zusatzmaßnahmen im Rahmen Individueller Gesundheits-Leistungen (IGEL- oder Wunsch-Leistungen) an, bitte informieren Sie sich unter diesem Link.


Link zur Anatomie der Frau (und beim Blättern auch der des Mannes) mit Kurzvideo:

http://www.sexualaufklaerung.de/kinderwunsch/daten/f1_08.htm


Links mit Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust:


 

 

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humaner Papillomvirus elektronenmikroskopisch