Amniocentese

Amniocentese (=Fruchtwasserpunktion)

(von Amnion = Fruchthöhle).  Entnahme von Fruchtwasser aus der Gebärmutter durch Nadelpunktion meist zur Untersuchung der Chromosomen, in der Regel um die 14-15. Woche, manchmal auch später. Es muß eine medizinische Indikation vorliegen, d.h. meist das Alter der Schwangeren > 35 Jahre oder eine familiäre genetische Belastung oder seltenere andere medizinische Gründe.

Durchführung:
Nach genauer Ultraschall-Kontrolle wird peinlich genau desinfiziert, danach unter Ultraschallsicht die Fruchthöhle an einer placentafreien Stelle mit einer feinen Nadel punktiert und etwa 15-20 ml Fruchtwasser entnommen. Dieses fehlende Fruchtwasser bildet sich sehr schnell wieder nach.

Untersuchung:
Aus dem Fruchtwasser werden dann fetale Zellen auf einer Kultur angezüchtet, die etwa 10-14 Tage wachsen müssen und dann in einer bestimmten Teilungsphase untersucht werden. Es werden die Chromosomen ausgezählt und auf grobe Strukturanomalien untersucht, dabei können v.a. zahlenmäßige Abweichungen wie  z.B. die Trisomie 21 (Down-Syndrom = Mongolismus) erkannt werden, ebenso das Geschlecht des Kindes. Außerdem werden aus dem Fruchtwasser zusätzlich noch biochemische Parameter bestimmt wie das AFP (alpha-Fetoprotein) und die AChE (Acetylcholinesterase) , damit kann man eine Spina bifida oder andere Spaltbildungen im Wirbelsäulenbereich fast sicher ausschließen.
Aber Sie haben ja sowieso schon vor der Schwangerschaft Folsäure eingenommen...
Feinstrukturelle Untersuchungen von Chromosomen und auf Stoffwechselkrankheiten können nur dann durchgeführt werden, wenn ganz konkrete und gezielte Hinweise auf eine mögliche (familiäre)  Erkrankung vorliegen.
In manchen Praxen wird zusätzlich noch zur Verkürzung der Wartezeit und zur Schonung der Nerven ein Schnelltest angeboten ("FISH" = Fluoreszenz in situ Hybridisierung), mit dem man die 3 wichtigsten Trisomien 21, 18 und 13 innerhalb eines Tages ausschließen kann.

Nicht gefunden
werden  bei einer Chromosomenuntersuchung alle diejenigen Erkrankungen, die nicht-genetisch bedingt sind, d.h. z.B. Herzfehler oder andere Fehlbildungen wie z.B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, bestimmte geistige Behinderungen ohne Chromosomenänderung u. a. m.
Mit einer Ultraschall-Feinuntersuchung können teilweise diese Fehlbildungen entdeckt werden, absolute 100%ige Sicherheit gibt es jedoch in der Medizin auch heute nicht.

Risiken:
Es gibt ein Basisrisiko einer Fehlgeburt von ca.  0,5 bis 1% nach einer Amniocentese, meist durch Infektion. Das Risiko einer natürlich stattfindenden Fehlgeburt ist hier schon einberechnet, das heißt, daß das Risiko insgesamt sehr gering ist, ein Kind durch eine Amniocentese zu verlieren.
Wenn Ihre Blutgruppe Rhesus-negativ sein sollte, bekommen Sie nach einer Amniocentese eine Anti-Rhesusfaktor-Injektion (Anti-D).

Links:

http://www.praenataldiagnostik-info.de/amniozentese.html

http://www.9monate.de/Amniozentese.html

http://www.frauenarzt-keim.de/fruchtw.htm

http://www2.kliniken-mtk.de/cipp/mtk/custom/pub/content,lang,1/oid,229/ticket,guest

http://www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnostik.php?icd=75

http://www.uni-ulm.de/klinik/antgen/medgenet/docs/pdf/fruchtwasser.pdf   (Aufklärungsbogen der Uni Ulm)

http://www.pdmg.de/fruchtwasser.html

http://www.bzga.de/bzga_stat/pdf/13625100.pdf


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