Cervixcarcinom (=Gebärmutterhalskrebs = Zervixkarzinom)

Cervixcarcinom (=Gebärmutterhalskrebs = Zervixkarzinom =  Collumcarcinom)

Cervixcarcinom:

Häufigkeit

In Deutschland gibt es pro Jahr auch heute noch 6000 bis 7000 Neuerkrankungen und ca. 1500 Todesfälle, damit ist das Cervixcarzinom die zweithäufigste Krebserkrankung von Frauen bis 45 (den "Rekord" hält allerdings eindeutig das Mamma-Karzinom (Brustkrebs) mit ca. 50.000 Neuerkrankungen im Jahr).  Europaweit sterben am Cervix-Carzinom täglich mehr als 40 Frauen!
Bei der normalen "Vorsorgeuntersuchung" können schon Vorstufen festgestellt werden, d.h. Veränderungen, die sich in Richtung Bösartigkeit entwickeln, aber noch kein Krebs sind. Außerdem können diese Veränderungen schon in jungem Lebensalter ab ca.20 Jahren auftreten!
Leider nehmen nach wie vor noch viel zu wenig Frauen die Vorsorgeuntersuchung (Früherkennungsuntersuchung) in Anspruch, Tendenz momentan eher sogar fallend !

Es ist momentan auch ein unglücklicher und Lobbygesteuerter Beschluss der GBA besiegelt worden, der vorsieht, Frauen ab 30 Jahren wählen zu lassen zwischen der Option, nur alle 5 Jahre einen HPV-Test machen zu lassen anstelle des jährlichen Krebsabstriches vom Gebärmutterhals, und innerhalb dieses 5-Jahreszeitraums kann die gewählte Option auch nicht geändert werden ODER wie bisher die jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Krebsabstrich, wobei hier bei auffälligen Befunden schon seit vielen Jahren ein zusätzlicher HPV-Test durchgeführt wird.
Die Frauenarztverbände und grosse Teile der Wissenschaftler wehren sich vehement gegen diese 5-Jahres-Intervalle, da es weltweit keine ausreichenden Daten für eine gleich gute Verhütung von Cervixcarcinomen gibt als wie bei der üblichen jährlichen Kontrolle. Und man nimmt an, dass ca. 10% der HPV-Teste falsch negativ sind. Und wenn Sie genau die Frau sind, deren Test zu den 10% falsch- negativen gehört, und Sie kommen erst in 5 Jahren zu einem nächsten HPV-Test, dann gute Nacht...

Deshalb wählen Sie bitte weiterhin den jährlichen Abstrich!!!  Die Krankenkassen werden Sie irgendwann anschreiben.

erhöhtes Risiko:
  • Frauen, die schon in sehr jungen Jahren mit Geschlechtsverkehr begonnen haben und die vor allem häufig wechselnde Partner hatten. Wahrscheinlich beruht das erhöhte Risiko auf der erhöhten Gefahr sexuell übertragbarer Infektionen,damit neben allen anderen eben auch die HPV -Infektion, die heute als Ursache für Cervix-Carzinome gesichert ist.
  • möglicherweise Frauen mit verminderter Immunabwehr der Scheide und dadurch gehäuften Scheideninfektionen (?).
  • In Ländern, in denen die Männer (meist aus religiösen Gründen) eine Beschneidung haben, kommen Cervixcarzinome ziemlich selten vor (!)

Diagnose:










 

Die Diagnose wird fast ausschließlich (außer bei schon sichtbaren Tumoren) durch den Zellabstrich (Cytologie) bei der Vorsorgeuntersuchung (ob mit dem einfachen konventionellen Abstrich oder der deutlich besseren Thin-Prep-Methode) und zusätzlich durch die Kolposkopie festgestellt, wenn sie denn von den Frauen auch wahrgenommen und durchgeführt wird. Ergänzend kann auch ein molekulargenetischer DNA-Nachweis auf HPV-Viren ("HPV-Test) durchgeführt werden, der sehr empfindlich ist.  Ein HPV-Befall bedeutet aber noch lange nicht, daß sich auch Zellveränderungen bilden müssen. Außerdem wird der HPV-Test nur bei strenger Indikation, also nur bei pathologischem Zellabstrich, von den KrankenKassen übernommen. Allerdings ist eine gelegentliche vorsorgliche (aber damit auf eigene Kosten) Durchführung eines HPV-Testes alle 2-3 Jahre durchaus eine sehr gute Ergänzungsuntersuchung!
Teilnahmeraten an der Vorsorgeuntersuchung viel zu niedrig !
Durch Vorsorgeuntersuchungen können (siehe oben) bereits Vorstufen eines Cervixkarzinoms festgestellt und behandelt werden. (weitere Infos in den Links zur Einteilung in die Pap-Stufen 1 bis 5).
Man kann durch die rechtzeitige Behandlung die Entstehung des eigentlichen Cervixcarzinoms verhindern, aber nur mit regelmäßiger Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen...

NEU>>>NEU>>>NEU:
Impfung gegen Cervixkarzinom (=Gebärmutterhalskrebs) = HPV-Impfung

 

Seit Oktober 2006 ist der erste prophylaktische Impfstoff gegen die Verursacher des Gebärmutterhalskrebses (Cervixkarzinom) zugelassen und in Gebrauch, ein zweiter Impfstoff einer anderen Firma seit Oktober 2007. Eine revolutionäre Innovation und geniale gesundheitserhaltende Neuerung !!!  
Cervixkarzinome werden durch Humane Papillom-Viren verursacht und sind nach dem Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen bis 45 Jahren.
Weltweit erkranken jährlich etwa 500.000 Frauen an Cervixkarzinom, allein in Europa mit seinen weitreichenden Vorsorgeprogrammen sind noch ca. 33.000 (!) Neuerkrankungen und ca. 15.000 Todesfälle pro Jahr zu beklagen! In Deutschland pro Jahr ca. 6500 Neuerkrankungen, davon sind allein 2004 1660 (!) Frauen in Deutschland daran gestorben! Und in nahezu 100% aller Cervixkarzinome findet man HPV-Viren, vor allem des Typs 16 und 18, die für ca. 70% der Karzinome verantwortlich sind. Inzwischen ist gesichert, daß HPV die Auslöser des Cervixkarzinoms sind, außerdem können andere der insgesamt ca. 100 bis 150 Virustypen die allseits beliebten Feigwarzen (Condylomata acuminata, auch "Genitalwarzen oder spitze Kondylome" genannt) auslösen, die sehr häufig wiederkommen und zu über 90% von den Virustypen 6 und 11 ausgelöst werden.
Die Impfung (neu seit 2016: Gardasil 9) ist sowohl ungefährlich (!) wie auch äußerst nebenwirkungsarm, sie wirkt gegen die Virustypen 16 und 18 und jetzt neu (2016) zusätzlich gegen 5 weitere Virustypen (31,33,45,52,58) aus der Hochrisiko-Reihe sowie auch gegen Virustyp 6 und 11, also auch gegen Feigwarzen (s.o.).   Insgesamt ist eindeutig und dringend die Impfung zu empfehlen, auch wenn Bedenken in der Laienpresse veröffentlicht und diskutiert worden sind, die aber meist von generellen Impfgegnern lanciert und veröffentlicht werden. Ein Nachweis einer Schädigung durch diese Impfung ist bisher noch nie erbracht worden.
Nach heutigen Erkenntnissen bewirkt die Impfung eine langdauernde und sichere Immunität gegen die oben genannten Virustypen.
Wichtig ist, daß die (neue) Impfung „nur“ ca.90% der Karzinome verhindern kann, das heißt, daß die bisherige Vorsorge in keiner Weise überflüssig wird und auch die Intervalle gleich bleiben ! Es werden auch die meisten aller Krebsvorstufen verhindert, die man bei der Vorsorge findet und deren Beseitigung einen operativen Eingriff erfordert (Konisation/LLETZ), hier wird ein Kegel aus dem untersten und befallenen Teil des Gebärmutterhalses ausgeschnitten, was bei einer späteren Schwangerschaft die Frühgeburtenrate durch verkürzten Gebärmutterhals zur Folge haben kann.
Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) empfiehlt die generelle Impfung aller Mädchen/Frauen zwischen 9 und 17 empfohlen (also vor dem 18.Geburtstag, entscheidend für die Kostenübernahme ist die 1. Impfung vor dem 18.Geburtstag, die anderen beiden Impfungen werden dann auch nach dem 18.Geburtstag noch übernommen.).
Inzwischen gilt eine modifizierte Impfempfehlung ab 9 Jahren mit nur 2 Impfungen. Halte ich persönlich für etwas früh.
Allerdings sind die manche Kassen (manchmal mit santem Druck) inzwischen bereit, die Kosten bis zum 27.Geburtstag zu übernehmen, siehe unter "Aktuelles" . Notfalls rentiert sich auch ein Kassenwechsel.

 

Impfabstände der 3 nötigen Impfungen (ab 14 Jahren)

>1.Impfung:   Tag X
>2.Impfung:   ca. 8 Wochen danach  (bei Cervarix: 4 Wochen)
>3.Impfung:   Ca. 6 Monate nach der 1. Impfung

bei Impfung zwischen 9 und vor 14 Jahren sind laut STIKO nur 2 Impfungen in 6 Monaten Abstand vorgesehen.



Die offiziellen Impfrichtlinien der STIKO mit der Wissenschaft dahinter:
http://www.rki.de/cln_048/nn_205760/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2007/Ausschnitte/HPV__STIKO__12__
07,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/HPV_STIKO_12_07.pdf


Die ideale Zielgruppe sind die Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivitäten, also vor dem 1.Geschlechtsverkehr.
Aber selbstverständlich sind auch noch Impfungen in späterem Alter sinnvoll
, nur wird es  ein Problem mit der Bezahlung durch die Kassen geben, wenn der 18. Geburtstag vorbei ist. 
Eigentlich gibt es aber keine Altersgruppe sexuell aktiver Frauen, die nicht für die Impfung geeignet wäre, auch Männer können (und sollten!) geimpft werden  (die zwar kein Cervixkarzinom bekommen können, dafür aber als Übertäger wegfallen !). Außerdem sind die beimpften Virustypen auch noch maßgeblich an der Enstehung seltenerer Krebse beteiligt ( z.B. Vagina, Vulva, Anus/Rektum, Larynx/Pharynx)
Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Impfkosten, allerdings in einem alterbegrenzten Rahmen von 12 bis 17 Jahren (also bis zum 18.Geburtstag), manche BKKs und auch die TK  bis 26!. Entscheidend ist immer eine kurze Nachfrage bei Ihrer Kasse. Und wenn Sie eine Kasse gefunden haben, die auch über 18 zahlt, dann wechseln Sie dorthin bzw. drohen dies Ihrer bisherigen Kasse an...
Auch die Privatkassen werden seit der STIKO-Empfehlung zahlen, aber fragen Sie bitte vorher nochmal nach, vor allem, wenn Sie schon 18 und älter sind.
Vorerst erhalten Sie in der Praxis eine Rechnung für das Arzthonorar (nach der letzten Impfung) und von der Apotheke für den rezeptpflichtigen Impfstoff, den Sie dann bei Ihrer Krankenkasse (bitte sicherheitshalber vorher nachfragen wegen Kostenübernahme, und nur was Sie SCHRIFTLICH haben, gilt!!!!) schnell und voll erstattet bekommen.
Insgesamt:  die beste und revolutionärste Neuerung in der Medizin vieler Jahre und absolut zu empfehlen!!!   Bitte fragen Sie mich!
 

                                                      
         HP-Virus (Modell)                  beginnendes Cervixkarzinom                             fortgeschrittenes Cervixkarzinom                            Feigwarzen (Condylome)
                                                                                     Bilder aus dem "Netteratlas" Band 3 Genitalorgane Thiemeverlag Stuttgart

 



Therapie Die Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses (sowie oft auch noch das ganz "frühinvasive Mikro-Carcinom") können durch eine ausreichende kegelförmige Ausschneidung des Gebärmutterhalses (Konisation) entfernt werden. Dieser Eingriff wird aus diagnostischen und gleichzeitig therapeutischen Gründen durchgeführt.
Bei fortgeschritteneren Befunden muß eine größere Operation und/oder eine Bestrahlung erfolgen.
Auch sind in den letzten Jahren Fortschritte in der Chemotherapie erreicht worden, möglicherweise sind auch von der photodynamischen Therapie neue Ansätze zu erwarten.
Nachsorge: Selbstverständlich erfordert jede Krebserkrankung eine konsequente Nachkontrolle, die während der ersten 3 Jahre alle 3 Monate, dann für 2 Jahre alle 4 Monate und nach 5 Jahren dann (auf Dauer) halbjährlich bleibt.

  

Links:


http://www2.uni-jena.de/ufk/Zervixinfo/start.html    (mit großer Linkliste)

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_allgemeines_592.html

http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docid=101410

http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/gebarmutterhalskrebs.htm

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/gebarmutterhalskrebs.htm

http://www.vorsorge-online.de/Faltblaetter/deutsch/gebaermutterhalskrebs.htm

http://focus.msn.de/gesundheit/krebs/symptome/gebaermutterhals?page=4

http://www.krebsinformation.de/Krebsarten/gebaermutterhalskrebs.html

http://www.krebsgesellschaft.de/tdm_gebaermutterhalskrebs,13371.html

http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/dossiers/dossier_krebs/krebsarten/262480.phtml

http://www.toppharm.ch/ratgeber/krankheitsbilder/390.html

http://www.wdr.de/themen/gesundheit/krankheit/krebs/impfung/index.jhtml?rubrikenstyle=gesundheit

http://www.krebsinfo.de/ki/empfehlung/zervix/839_06_DANNECKER.pdf

http://www.medizin-netz.de/science/pdt.htm

http://www.wdr.de/tv/frautv/archiv2004/f280104_3.phtml

http://zervita.de/

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_20-fragen-zur-hpv-infektion_970.html

Info zum Cervixkarzinom   auch für Laien sehr gut verständliche Erklärung !
               

     


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