Gebärmutterhalskrebs ( =Cervixcarcinom = Zervixkarzinom)

Gebärmutterhalskrebs ( =Cervixcarcinom = Zervixkarzinom)

Cervixcarcinom:

Häufigkeit In Deutschland gibt es pro Jahr auch heute noch 6000 bis 7000 Neuerkrankungen und ca. 1500-2000 Todesfälle, damit ist das Cervixcarzinom die zweithäufigste Krebserkrankung von Frauen bis 45 (den "Rekord" hält allerdings eindeutig das Mamma-Karzinom (Brustkrebs) mit ca. 50.000 Neuerkrankungen im Jahr).  Europaweit sterben am Cervix-Carzinom täglich mehr als 40 Frauen!
Bei der normalen "
Vorsorgeuntersuchung" können schon Vorstufen festgestellt werden, d.h. Veränderungen, die sich in Richtung Bösartigkeit entwickeln, aber noch kein Krebs sind. Außerdem können diese Veränderungen schon in jungem Lebensalter ab ca.20 Jahren auftreten!
Leider nehmen nach wie vor noch viel zu wenig Frauen die Vorsorgeuntersuchung (Früherkennungsuntersuchung) in Anspruch, Tendenz momentan eher sogar fallend !
erhöhtes Risiko:
  • Frauen, die schon in sehr jungen Jahren mit Geschlechtsverkehr begonnen haben und die vor allem häufig wechselnde Partner hatten. Wahrscheinlich beruht das erhöhte Risiko auf der erhöhten Gefahr sexuell übertragbarer Infektionen, damit neben allen anderen Infektionsmöglichkeiten eben auch die HPV -Infektion, die heute als Ursache für Cervix-Carzinome gesichert ist.
  • möglicherweise Frauen mit verminderter Immunabwehr der Scheide und dadurch gehäuften Scheideninfektionen (?).
  • In Ländern, in denen die Männer (meist aus religiösen Gründen) eine Beschneidung haben, kommen Cervixcarzinome ziemlich selten vor (!)

Diagnose:










 

Die Diagnose wird fast ausschließlich (außer bei schon sichtbaren Tumoren) durch den Zellabstrich (Cytologie) bei der Vorsorgeuntersuchung (ob mit dem einfachen konventionellen Abstrich oder der deutlich besseren Thin-Prep-Methode) und zusätzlich durch die Kolposkopie festgestellt, wenn sie (die Vorsorge) denn von den Frauen auch wahrgenommen und durchgeführt wird. Ergänzend kann auch ein molekulargenetischer DNA-Nachweis auf HPV-Viren ("HPV-Test) durchgeführt werden, der sehr empfindlich ist.  Ein HPV-Befall bedeutet aber noch lange nicht, daß sich auch Zellveränderungen bilden müssen. Außerdem wird der HPV-Test nur bei strenger Indikation, also nur bei pathologischem Zellabstrich, von den gesetzlichen KrankenKassen übernommen. Allerdings ist eine gelegentliche vorsorgliche (aber damit auf eigene Kosten) Durchführung eines HPV-Testes alle 2-3 Jahre durchaus eine sehr gute Ergänzungsuntersuchung!
Teilnahmeraten an der Vorsorgeuntersuchung viel zu niedrig !
Durch Vorsorgeuntersuchungen können (siehe oben) bereits Vorstufen eines Cervixkarzinoms festgestellt und behandelt werden. (weitere Infos in den Links zur Einteilung in die Pap-Stufen 1 bis 5).
Man kann durch die rechtzeitige Behandlung die Entstehung des eigentlichen Cervixcarzinoms verhindern, aber halt nur mit regelmäßiger Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen...

 

Impfung gegen Cervixkarzinom (=Gebärmutterhalskrebs) = HPV-Impfung

ERFREULICH: mehrere Krankenkassen zahlen die  HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bis zum 27.Geburtstag! Einzelheiten hier: 
Allerdings galt dies nur bis zum 31.12.2008, was seit 2009 ist, weiß ich nicht, Sie müssen in jedem Fall bei Ihrer Kasse (penetrant!) nachfragen !

Seit Oktober 2006 ist der erste prophylaktische Impfstoff gegen die Verursacher des Gebärmutterhalskrebses (Cervixkarzinom) zugelassen und in Gebrauch, seit Oktober 2007 ein zweiter einer anderen Firma. Eine revolutionäre Innovation und geniale gesundheitserhaltende Neuerung !!! 
Seit Oktober 2006 ist der erste prophylaktische Impfstoff gegen die Verursacher des Gebärmutterhalskrebses (Cervixkarzinom) zugelassen und in Gebrauch, ein zweiter Impfstoff einer anderen Firma seit Oktober 2007. Eine revolutionäre Innovation und geniale gesundheitserhaltende Neuerung !!! 
Cervixkarzinome werden durch Humane Papillom-Viren verursacht und sind nach dem Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen bis 45 Jahren.
Weltweit erkranken jährlich etwa 500.000 Frauen an Cervixkarzinom, allein in Europa mit seinen weitreichenden Vorsorgeprogrammen sind noch ca. 33.000 (!) Neuerkrankungen und ca. 15.000 Todesfälle pro Jahr zu beklagen! In Deutschland pro Jahr ca. 6500 Neuerkrankungen, davon sind allein 2004 1660 Frauen in Deutschland daran gestorben! Und in nahezu 100% aller Cervixkarzinome findet man HPV-Viren, vor allem des Typs 16 und 18, die für ca. 70% der Karzinome verantwortlich sind. Inzwischen ist gesichert, daß HPV die Auslöser des Cervixkarzinoms sind, außerdem können andere der insgesamt ca. 100 bis 200 Virustypen die allseits beliebten Feigwarzen (Condylomata acuminata, auch "Genitalwarzen oder spitze Kondylome" genannt) auslösen, die sehr häufig wiederkommen und zu über 90% von den Virustypen 6 und 11 ausgelöst werden.
Die neue Impfung (Gardasil) ist sowohl ungefährlich (!) wie auch äußerst nebenwirkungsarm, sie wirkt gegen die Virustypen 16 und 18 sowie auch gegen Typ 6 und 11, also auch gegen Feigwarzen (s.o.).  Seit Oktober 2007 steht auch der Impfstoff einer anderen Firma (Cervarix von GSK) zur Verfügung, der gegen Typ 16 und 18 immunisiert. Insgesamt ist auch heute (Sommer/Herbst 2009) nach wie vor eindeutig die Impfung anzuraten, auch wenn Bedenken in der Laienpresse veröffentlicht und diskutiert werden!!!
Nach heutigen Erkenntnissen bewirkt die Impfung eine langdauernde und sichere Immunität gegen die genannten Virustypen, möglicherweise sogar noch eine zusätzliche Kreuzimmunität gegen weitere Virustypen.
Wichtig ist, daß die Impfung „nur“ ca. 70% der Karzinome verhindern kann, das heißt, daß die bisherige Vorsorge in keiner Weise überflüssig wird und auch die Intervalle gleich bleiben !
Inzwischen hat die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) ihre Impfempfehlungen  am 23.3.07 veröffentlicht, es wird die generelle Impfung aller Mädchen/Frauen zwischen 12 und 17 empfohlen (also vor dem 18.Geburtstag, entscheidend für die Kostenübernahme der Kassen ist die 1.Impfung vor dem 18.Geburtstag, die anderen beiden Impfungen werden dann auch nach dem 18.Geburtstag noch übernommen.)
Seit Ende Oktober 2007 kann der Impfstoff und die Impfung jetzt endlich  für Mädchen von 12 bis 17 Jahren einfach über ein Kassenrezept bezogen werden, ab dem 18.Geburtstag gilt nach wie vor die bisherige Kostenerstattung. Ausnahmen der Kostenerstattung über 18 siehe unter Aktuelles

Impfabstände der 3 nötigen Impfungen:

>1.Impfung:    Tag 0
>2.Impfung:    ca. 8 Wochen danach   (bei Cervarix: 4 Wochen)
>3.Impfung:    ca. 6 Monate nach der 1. Impfung


Die offiziellen Impfrichtlinien der STIKO mit der Wissenschaft dahinter:
http://www.rki.de/cln_048/nn_205760/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2007/Ausschnitte/HPV__STIKO__12__
07,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/HPV_STIKO_12_07.pdf


Die ideale Zielgruppe sind die Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivitäten, also möglichst (aber nicht zwingend!) vor dem 1.Geschlechtsverkehr. Aber selbstverständlich sind auch noch Impfungen in späterem Alter sinnvoll, nur wird es  eventuell ein Problem mit der Bezahlung durch manche Kassen geben, wenn der 18. Geburtstag vorbei ist. 
Eigentlich gibt es aber keine Altersgruppe sexuell aktiver Frauen, die nicht für die Impfung geeignet wäre, auch Männer können geimpft werden ! (die zwar kein Cervixkarzinom bekommen können, dafür aber als Virusübertäger wegfallen). Außerdem sind die beimpften Virustypen 16 und 18  auch noch maßgeblich an der Enstehung seltenerer Krebse beteiligt
(Vaginal-, Vulva-, Anal-,  Penis- und Rachenkarzinome.)

Insgesamt:  die beste und revolutionärste Neuerung in der Medizin vieler Jahre und absolut zu empfehlen!!!   Bitte fragen Sie mich!

 

                                                       
         
HP-Virus (Modell)                      beginnendes Cervixkarzinom                               fortgeschrittenes Cervixkarzinom                               Feigwarzen (Condylome)
                                                                                     Bilder aus dem "Netteratlas" Band 3 Genitalorgane Thiemeverlag Stuttgart




 

Therapie Die Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses (sowie oft auch noch das ganz "frühinvasive Mikro-Carcinom") können durch eine ausreichende kegelförmige Ausschneidung des Gebärmutterhalses (Konisation) entfernt werden. Dieser Eingriff wird aus diagnostischen und gleichzeitig therapeutischen Gründen durchgeführt.
Bei fortgeschritteneren Befunden muß eine sehr viel größere Operation und/oder eine Bestrahlung erfolgen.
Auch sind in den letzten Jahren Fortschritte in der Chemotherapie erreicht worden, möglicherweise sind auch von der
photodynamischen Therapie neue Ansätze zu erwarten.
Nachsorge: Selbstverständlich erfordert jede Krebserkrankung eine konsequente Nachkontrolle, die während der ersten 3 Jahre alle 3 Monate, dann für 2 Jahre alle 4 Monate und nach 5 Jahren dann (auf Dauer) halbjährlich bleibt.

 

Links:

http://www2.uni-jena.de/ufk/Zervixinfo/start.html   (mit großer Linkliste)

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_allgemeines_592.html

http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docid=101410

http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/gebarmutterhalskrebs.htm

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/gebarmutterhalskrebs.htm

http://www.vorsorge-online.de/Faltblaetter/deutsch/gebaermutterhalskrebs.htm

http://focus.msn.de/gesundheit/krebs/symptome/gebaermutterhals?page=4

http://www.krebsinformation.de/Krebsarten/gebaermutterhalskrebs.html

http://www.krebsgesellschaft.de/tdm_gebaermutterhalskrebs,13371.html

http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/dossiers/dossier_krebs/krebsarten/262480.phtml

http://www.toppharm.ch/ratgeber/krankheitsbilder/390.html

http://www.wdr.de/themen/gesundheit/krankheit/krebs/impfung/index.jhtml?rubrikenstyle=gesundheit

http://www.krebsinfo.de/ki/empfehlung/zervix/839_06_DANNECKER.pdf

http://www.medizin-netz.de/science/pdt.htm

http://www.wdr.de/tv/frautv/archiv2004/f280104_3.phtml

http://zervita.de/

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_20-fragen-zur-hpv-infektion_970.html

 

 


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