Gebärmutterschleimhautkrebs

Gebärmutterschleimhautkrebs (Corpus- oder Endometrium-Carzinom)

Endometrium-Carzinom

Häufigkeit: 25 von 100.000 Frauen erkranken an einem Endometrium-Carzinom, es ist die dritthäufigste Krebserkrankung der Frau. Die Erkrankung tritt vorwiegend nach den Wechseljahren auf, aber ca. 10-15% der erkrankten Frauen sind unter 50 J.
Risiken: Die Hauptursache ist neben bislang unbekannten genetischen Komponenten wahrscheinlich ein "Übergewicht" von Östrogenen (oder eine erhöhte Rezeptorempfindlichkeit?).
Diese stimulieren ständig das Wachstum des Endometriums. Normalerweise wird bei Frauen mit normalen Zyklen die Östrogenwirkung durch das Progesteron (Gelbkörperhormon) "gegengesteuert", moderiert, d.h. die Zellen bekommen neben dem Wachstumsimpuls noch einen "Spezialisierungsbefehl", nämlich die Vorbereitung der Schleimhaut für eine mögliche Schwangerschaft. Das allerdings geht nur, wenn auch Progesteron ausreichend vorhanden ist, nämlich nach dem Eisprung, nur dann kann Progesteron gebildet werden.
Nach den Wechseljahren gibt es keine Eisprünge und damit kein Progesteron mehr, aber Östrogen wird auch dann noch in anderen Organen außer den Eierstöcken hergestellt, nämlich vor allem im Fettgewebe und in den Nebennieren, wenngleich in wesentlich geringerer Menge.
Das erklärt aber auch relativ einfach, warum ein relativ hoher Anteil der erkrankten Frauen deutlich übergewichtig ist, weil dann das Endometrium "ungeschützt" dem noch vorhandenen gewichtsabhängigen Östrogeneinfluss aus dem Fettgewebe ausgesetzt ist. 

Weitere Risikofaktoren:
  • Alter über 50 Jahre
  • Frauen, die keine Kinder geboren haben
  • Frauen, die Hormonpräparate ohne Gestagenzusatz von mindestens 12 Tagen im Zyklus nehmen oder genommen haben (gilt nur bei noch vorhandener Gebärmutter)
  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Übergewicht (!)
  • Frauen, die schon an Brust- oder Dickdarmkrebs erkrankt sind
  • Frauen, die eine Strahlentherapie im Bauch- oder Beckenraum hinter sich haben.
Symptome:
  • Blutungen nach den Wechseljahren (Postmenopausenblutung)
  • Blutiger, fleischwasserfarbener oder eitriger Ausfluß
  • unklare irreguläre Blutungen
Diagnostik:
  • Ultraschall (unsicher)
  • Ausschabung (Abrasio)
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
  • CT oder MR-Tomografie
Therapie: Operation (Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken, einer Scheidenmanschette und ggf. bei fortgeschrittenem Befund der Beckenlymphknoten und des umgebenden Gebärmuttergewebes.)
Nachbehandlung meist durch Strahlentherapie in der Scheide, ggf. auch durch die Bauchdecken, evtl. auch durch Hormone (hochdosiert Gelbkörperhormone) oder Chemotherapie.
Bei inoperablen Frauen intrauterine Strahlentherapie.
Nachsorge: Selbstverständlich erfordert eine Endometriumcarzinom-Erkrankung auch nach Abschluss der Therapie eine regelmäßige und konsequente Nachkontrolle, in den ersten 3 Jahren alle 3 Monate, dann für weitere 2 Jahre alle 4 Monate, dann dauerhaft alle 6 Monate.

Links:

http://www.krebsgesellschaft.de/db_gebaermutterkoerperkrebs_ursache_und_risikofaktoren,4174.html

http://www.frauenaerzte-im-netz.de//de_allgemeines_342.html

http://www.frauenklinik-augsburg.de/endom.htm

https://www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnose.php?icd=1196

http://klinikum-bremen-mitte.medical-guide.net/deutsch/K/Krebs/Geb%E4rmutterschleimhautkrebs/Pr%E4vention/index_1.html

http://www.krebshilfe.de/neu/infoangebot/broschueren/gebaermutter/

http://www.gyn.de/wechseljahre/fragen.php3

http://www.klinikum-darmstadt.de/inst/gyn/corpuskarzinom.htm#CORPUS

 


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