HPV (Humane Papillom-Viren)

HPV (Humane Papillom-Viren)

Eine der häufigsten Krebserkrankungen (Cervixcarzinom) der Frau - durch eine Virusinfektion ?

Es ist inzwischen unbestritten, daß bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses das Humane Papillom-Virus (HPV) wahrscheinlich ursächlich ist. HPV können in fast allen Cervixcarzinomen nachgewiesen werden.
Die Infektion mit diesem Virus ist eine sexuell übertragbare Erkrankung (STD). Allerdings kann die Infektion mit dem HPV-Virus Jahre zurückliegen, ohne ihren krankmachenden Wirkungsmechanismus zu entfalten. Dieser tritt wahrscheinlich erst durch eine Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems (aus welchen Gründen auch immer) auf.

Folgende Faktoren wirken dabei begünstigend:

  • zusätzliche Infektionen mit anderen Viren oder Bakterien
  • Rauchen
  • Stress in allen Ursachen (psychisch, körperlich u.v.a.)
  • alle Zustände/Erkrankungen, die mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehen können

Es gibt 2 Haupt-Gruppen von HPV-Viren. Die erste Gruppe sind die sog. "low-risk-HPV-Typen", (u.a. Typ  6,11, 42,43 und 44), die eher ungefährlich sind und vorwiegend Feigwarzen (Condylomata acuminata) verursachen, die gut behandelbar sind und sich gelegentlich auch spontan wieder zurückbilden können.
Die zweite Gruppe sind die  "high-risk-HPV-Typen" (u.a. Typ 16,18,31,33,35,39,45,51,52,56,58,59 und 68), die eine ausgeprägte Wachstumsstörung der Zellen verursachen können und ohne Behandlung zu Gebärmutterhalskrebs führen können.
Allerdings entwickeln nur 1 bis 5 % aller Infizierten langfristig HPV-assoziierte Zellveränderungen bis hin zum Cervixcarzinom, der der häufigste HPV-assoziierte Krebs im Genitalbereich ist.
Krebserkrankungen im Bereich der Analschleimhaut gelten auch öfter als HPV-assoziiert. Bei der weit überwiegenden Mehrzahl der mit HPV - infizierten Patienten ist ein intaktes Immunsystem in der Lage, die Infektion zu kontrollieren und sogar zu eliminieren.
Man kann durch einen DNA-Test (molekulargenetisch) den HPV-Befall nachweisen, dazu wird mit speziellen Trägern Zellmaterial vom Muttermund entnommen, man kann sowohl die low-risk-Reihe als auch die high-risk-Reihe testen.
Natürlich wird man bei einem Befall mit high-risk-Typen die Untersuchungsintervalle etwas verkürzen, jedenfalls ist ein Nachweis eines HPV-Befalls noch überhaupt kein Grund zur Beunruhigung, da der Körper oft in der Lage ist, die Viren zu eliminieren (s.o.).


         

Wenn allerdings sich Zellveränderungen einstellen, die auf eine Entwicklung der Zellen in Richtung Krebs hindeuten, wird man bei mehrfach suspekten Befunden eine Konisation durchführen, d.h. ein kleiner operativer Eingriff mit Entfernung eines Kegels aus dem Muttermund, was gleichzeitig Diagnostik und auch schon die Therapie ist, die befallenen Bezirke werden entfernt.
Eine HPV-Infektion incl.der Bildung von Genitalwarzen (Condylomata acuminata)  kann bei jedem sexuell aktiven Menschen auftreten (unabhängig von Alter, Rasse oder sozialer Schicht). Dies betrifft sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare. Selten können sich auch Säuglinge bei der Geburt über die Mutter infizieren. Da manchmal lange Zeit vergeht, bevor sichtbare Warzen auftreten, können auch Menschen mit dem HPV-Virus infiziert sein, die schon lange nicht mehr sexuell aktiv sind. Genitalwarzen können  Wochen bis zu einem Jahr nach dem sexuellen Kontakt mit einer infizierten Person auftreten. Es kann auch sein, daß sich überhaupt keine Krankheitssymptome zeigen. Es kann also nicht genau festgestellt werden, wann und wo Sie sich mit dem HPV-Virus infiziert haben. Dies erklärt auch, warum Ihr Sexualpartner evtl.nicht infiziert ist.

 

NEU>>>NEU>>>NEU:
Impfung gegen Cervixkarzinom (=Gebärmutterhalskrebs) = HPV-Impfung

BRANDNEU UND ERFREULICH:   Viele Krankenkassen zahlen die  HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bis zum 27.Geburtstag! Einzelheiten hier:

Seit Oktober 2006 ist der erste prophylaktische Impfstoff gegen die Verursacher des Gebärmutterhalskrebses (Cervixkarzinom) zugelassen und in Gebrauch, seit Oktober 2007 ein zweiter einer anderen Firma. Eine revolutionäre Innovation und geniale gesundheitserhaltende Neuerung !!! 
Cervixkarzinome werden durch Humane Papillom-Viren verursacht und sind nach dem Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen.
Weltweit erkranken jährlich etwa 500.000 Frauen an Cervixkarzinom, allein in Europa mit seinen weitreichenden Vorsorgeprogrammen sind noch ca. 33.000 (!) Neuerkrankungen und ca. 15.000 Todesfälle pro Jahr zu beklagen! In Deutschland pro Jahr ca. 6500 Neuerkrankungen, davon sind allein 2004 1660 Frauen in Deutschland daran gestorben! Und in nahezu 100% aller Cervixkarzinome findet man HPV-Viren, vor allem des Typs 16 und 18, die für ca. 70% der Karzinome verantwortlich sind. Inzwischen ist gesichert, daß HPV die Auslöser des Cervixkarzinoms sind, außerdem können andere der insgesamt ca. 100 bis 200 Virustypen die beliebten
Feigwarzen (Condylomata acuminata, auch "Genitalwarzen oder spitze Kondylome" genannt) auslösen, die sehr häufig wiederkommen und zu über 90% von den Virustypen 6 und 11 ausgelöst werden.
Die neue Impfung (Gardasil) ist sowohl ungefährlich (!) wie auch äußerst nebenwirkungsarm, sie wirkt gegen die Virustypen 16 und 18 sowie auch gegen Typ 6 und 11, also auch gegen
Feigwarzen (s.o.).  Ab ca. Mitte 2007 steht auch der Impfstoff einer anderen Firma (Cervarix von GSK) zur Verfügung, der gegen Typ 16 und 18 immunisiert.
Nach heutigen Erkenntnissen bewirkt die Impfung eine langdauernde und sichere Immunität gegen die genannten Virustypen, möglicherweise sogar noch eine zusätzliche Kreuzimmunität gegen weitere Virustypen.
Wichtig ist, daß die Impfung „nur“ ca. 70% der Karzinome verhindern kann, das heißt, daß die bisherige Vorsorge in keiner Weise überflüssig wird und auch die Intervalle gleich bleiben !
Inzwischen hat die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) ihre Impfempfehlungen  am 23.3.07 veröffentlicht, es wird die generelle Impfung aller Mädchen/Frauen zwischen 12 und 17 empfohlen (also vor dem 18.Geburtstag, entscheidend für die Kostenübernahme der Kassen ist die 1.Impfung vor dem 18.Geburtstag, die anderen beiden Impfungen werden dann auch nach dem 18.Geburtstag noch übernommen.)
Seit Ende Oktober 2007 kann der Impfstoff und die Impfung jetzt endlich  für Mädchen von 12 bis 17 Jahren einfach über ein Kassenrezept bezogen werden, ab dem 18.Geburtstag gilt nach wie vor die bisherige Kostenerstattung. Ausnahmen der Kostenerstattung über 18 siehe unter Aktuelles

Impfabstände der 3 nötigen Impfungen:

>1.Impfung:    Tag 0
>2.Impfung:    ca. 8 Wochen danach   (bei Cervarix: 4 Wochen)
>3.Impfung:    ca. 6 Monate nach der 1. Impfung


Die offiziellen Impfrichtlinien der STIKO mit der Wissenschaft dahinter:
http://www.rki.de/cln_048/nn_205760/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2007/Ausschnitte/HPV__STIKO__12__
07,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/HPV_STIKO_12_07.pdf


Die ideale Zielgruppe sind die Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivitäten, also möglichst (aber nicht zwingend!) vor dem 1.Geschlechtsverkehr. Aber selbstverständlich sind auch noch Impfungen in späterem Alter sinnvoll, nur wird es  eventuell ein Problem mit der Bezahlung durch manche Kassen geben, wenn der 18. Geburtstag vorbei ist. 
Eigentlich gibt es aber keine Altersgruppe sexuell aktiver Frauen, die nicht für die Impfung geeignet wäre, auch Männer können geimpft werden ! (die zwar kein Cervixkarzinom bekommen können, dafür aber als Virusübertäger wegfallen). Außerdem sind die beimpften Virustypen 16 und 18  auch noch maßgeblich an der Enstehung seltenerer Krebse beteiligt (Vaginal-, Vulva-, Anal-,  Penis- und Rachenkarzinome.)
Insgesamt:  die beste und revolutionärste Neuerung in der Medizin vieler Jahre und absolut zu empfehlen!!!   Bitte fragen Sie mich!

 

                                                      
         
HP-Virus (Modell)                  beginnendes Cervixkarzinom                             fortgeschrittenes Cervixkarzinom                            Feigwarzen (Condylome)
                                                                                     Bilder aus dem "Netteratlas" Band 3 Genitalorgane Thiemeverlag Stuttgart

Links:     http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_allgemeines_592.html
                http://kaernten.orf.at/stories/153675/
                http://www.krebsinformation.de/Fragen_und_Antworten/hpv.html
                http://www.krebsinformation.de/Fragen_und_Antworten/hpv_impfung.html  sehr ausführliche Beantwortung von Fragen
               
http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/2735.htm
                http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,3984677,00.html
                Info zum Cervixkarzinom   auch für Laien sehr gut verständliche Erklärung !
                
http://zervita.de/



Bei einem auffälligen Krebsabstrich (PAP)
wird die Untersuchung auf HPV-Viren oft zusätzlich zum Krebsabstrich durchgeführt, hier wird sie dann auch von den Kassen bezahlt.
Bei normalen Abstrich-Befunden können Sie den HPV-Test jederzeit als IGEL-Leistung zusätzlich machen lassen, je Testreihe (high und/oder low-risk) liegen die Kosten bei ca. 40.-€  reinen Laborkosten, die Zusatzkosten in der Praxis liegen bei 17-20 €.
Außerdem steht Ihnen mit der neuen Thin-Prep-Methode eine wesentlich verbesserte Abstrichmethode sowohl in Qualität als auch Aussagekraft zur Verfügung, allerdings ist auch dies keine Kassenleistung der gesetzlichen KrankenKassen.
Im Falle eines positiven HPV-Tests ist es nun besonders wichtig, daß alle 3 bis 4 Monate ein Krebsabstrich beim Frauenarzt durchgeführt wird, um die 1-5 % der Patientinnen herauszufiltern, bei denen sich Zellveränderungen entwicklen werden. Außerdem sollte der Lebensstil auf Risikofaktoren wie Rauchen, Streß, Schlafmangel etc. abgeklopft werden, um  hier evtl eine bessere Ausgangslage zu erreichen.
Wie oben erwähnt, kann ein gesundes Immunsystem eine HPV-Infektion jahre- bzw. jahrzehntelang unter Kontrolle halten oder sogar zurückdrängen, in ca. 95% gelingt dies dem Immunsystem durchaus erfolgreich. Leider gibt es derzeit keine spezifische Therapie, um die HPV-Viren zu entfernen. Eine Teil-Impfung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, etwa Anfang 2007 wird ein Impfstoff auf dem Markt erwartet (siehe oben), der aber nur die beiden Virustypen 16 und 18 erfasst, in einem Fall noch zusätzlich die Typen 6 und 11, die für Genitalwarzen zuständig sind. Keinesfalls kann die Impfung die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen überflüssig machen ! Siehe auch hier

Verhindern lassen sich Ansteckungen durch das probate Mittel bei allen STDs:  Kondome !

Links:

http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/hpv.htm

http://www.stadt-koeln.de/bol/gesundheit/produkte/02051/

http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/824.htm

http://www.pathology.unibe.ch/Diagn/speztech/spez_hpv.htm

http://www.pathology.unibe.ch/Diagn/zyto/zyt_thinprep.htm

http://www.gyn-rheinhausen.de/thinprep.html

http://www.gynomed.de/thinprep.html

http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/c/Cervix-Abstrich_zytologisch.htm

http://www.drgoetze.de/forum/documents/hpv.shtml

http://www.digene.de/

http://www.uke.uni-hamburg.de/institute/pathologie/downloads/institut-pathologie/HPV.pdf

http://www-duk.med.uni-rostock.de/duk_hpv.htm


zur HPV-Impfung:

http://www.kindergynaekologie.de/html/kora50.html

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_allgemeines_592.html

http://www.eccce-cervical-cancer.org/contents/B5_Prevention/index.asp?lang=de

http://www.medical-tribune.ch/deutsch/kongresse/Reporter/2006/eurogin_2006/inhalt.php

http://www.obernet.de/HPV_Impfung.1511.0.html

http://www.netdoktor.de/feature/gebaermutterhalskrebs-impfung.htm

http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1812.htm 

http://www.rki.de/cln_048/nn_205760/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2007/Ausschnitte/HPV__STIKO__12__
07,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/HPV_STIKO_12_07.pdf

http://zervita.de/

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_20-fragen-zur-hpv-infektion_970.html

hier noch ein interessanter Artikel zur Entwicklung der HPV-Impfung

 

weitere Links unter "Aktuelles"

 


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