Hepatitis A

Hepatitis A

Die Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht mit dem Virustyp A) ist eine weltweit, besonders in den Tropen, verbreitete Virusinfektion der Leber. Die Gelbfärbung ("Gelbsucht") ist am Augapfel und oft auch an heller Haut beim Erkrankten gut sichtbar, bei Afrikanern eher nicht. Sie ist durch den Gallenfarbstoff bedingt, den die Leber nicht ordentlich abbauen kann. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden, die Infektion wird dann von Mensch zu Mensch durch engen sozialen Kontakt (Berührung), durch die Nahrung (z.B. Muscheln), durch infiziertes Wasser oder nichtgekochte Speisen direkt übertragen.

Krankheitsbild:
Die Erkrankung verläuft besonders bei Kindern recht häufig unbemerkt oder sehr leicht. Erwachsenen macht die Erkrankung jedoch im akuten Stadium unspezifische Beschwerden einer Allgemeininfektion (z.B. andauernde Kreislaufprobleme, Schwäche, Übelkeit, Durchfall oder auch psychische Reaktionen). Sie ist zu Beginn immer ansteckend und verursacht meist längere Arbeitsunfähigkeit (über mehrere Monate). Die Inkubationszeit beträgt ca. zwei Wochen bis zwei Monate, Todesfälle an Hepatitis A allein sind sehr selten. Viele der Erkrankungen verlaufen unbemerkt, zum großen Teil auch in der Kinder- oder Jugendzeit, und hinterlassen einen lebenslangen Schutz (keine Impfung notwendig!).

Diagnose:
Zur Untersuchung auf Hepatitis A gehören, falls möglich:
> ärztliche Untersuchung, Fiebermessen, Urinfarbe (dunkel?), Stuhlfarbe (grau-weiß?)
> Ultraschalluntersuchung (Lebergröße?, Leberveränderung?, Gallensteine?, Gallenstau?)
> Blutlaborwerte: Blutbild, Blutsenkung, Leberwerte (GOT, GPT, g -GT, AP, auch Pankreaswerte),
> Malariateste (Blutausstrich/"dicker Tropfen")

Zum Beweis einer Hepatitis A gehören Antikörpernachweise im Blut:
- Anti-HAV, ggf. Anti-HAV IgM

Therapie:
Eine spezifische Therapie bei dieser Viruserkrankung gibt es nicht.
Jedoch können auch hier, wie bei jeder anderen Virusinfektion, symptomatische Therapien den Patienten ganz wesentlich entlasten (Pflege, Kreislaufstütze, leichte Diät, Bettruhe und allgemeine Pflege).
Jedenfalls ist Alkohol in keinem Fall erlaubt, da dieser das Krankheitsbild wesentlich erschweren kann.
Dies gilt auch für Medikamente, die möglicherweise leberschädigende Wirkung haben.
Zur medizinischen Kontrolle gehören neben allgemeinmedizinischer Untersuchung natürlich auch die Kontrolle der Laborwerte, insbesondere der  "Leberwerte", die im typischen Fall zunächst hoch sind und dann, je nach Krankheitsverlauf, langsam über etliche Wochen (bis Monate) abfallen bis zum Normalwert. Die Diätvorschriften (insbesondere Alkohol!) sollten noch Monate weiter beachtet werden, um einen späten Rückfall nicht zu riskieren.

Prophylaxe und Impfung:
Prophylaxe gegen Hepatitis A war früher durch Gamma-Globuline möglich, die aber nur eine sehr kurze Wirkzeit von drei bis sechs Monaten aufwiesen. Inzwischen sind sehr gute Impfstoffe verfügbar, die einen mindestens 10 Jahre anhaltenden Schutz hinterlassen, wenn das Impfprogramm nach folgenden Vorgaben durchgeführt wird:
Zunächst eine Injektion (Oberarm) und dann nach je nach Präparat 6 - 12 Monaten eine zweite Injektion. Die erste Injektion hinterläßt einen vollständigen Schutz, der aber zeitlich auf ein ½ bis 1 Jahr befristet ist. Neuerdings ist die Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B durch die Gabe eines Kombinationsimpfstoffes (Twinrix) möglich, der  wegen der Hepatitis B-Komponente dreimal (!) geimpft werden muß (2. Impfung nach 4-6 Wochen, 3. Impfung nach 6 - 12 Monaten).
Die Impfstoffe werden gut bis sehr gut vertragen und können mit allen anderen Impfstoffen, die reisemedizinische Wichtigkeit haben, gleichzeitig verabreicht werden. Da viele nicht wissen, ob bei ihnen Schutz vorliegt, gilt folgende Regel:

Ab dem 50. Lebensjahr soll man mit einem Antikörpertest aus dem Blut klären, ob schon natürlich erworbener Schutz besteht (selten, aber möglich). Bei Nachweis von schützenden Antikörpern ist eine Impfung nicht gefährlich, aber überflüssig.

Allgemeine Prophylaxe gegen Hepatitis A besteht im Vermeiden von entsprechend infizierten Nahrungsmitteln oder Trinkwasser bzw. deren Aufbereitung: nach dem Kochen sind Trinkwasser und Nahrungsmittel sicher frei von Hepatitis A-Virus.

Umgang mit Hepatitis A-Kranken:
Direkten Umgang mit Hepatitis A-Kranken sollten nach Möglichkeit nur Personen haben, die gegen Hepatitis A geimpft sind oder einen natürlichen Schutz besitzen. Aber auch diese sollten folgende Regeln kennen und beachten bzw. für ihre Beachtung sorgen:

> Ausgeprägte Hygiene, insbesondere im Toilettenbereich, da die Hepatitis A-Viren beim Kranken durch den Stuhlgang ausgeschieden werden. Also: häufig und gut Hände waschen, desinfizierende Seife, Bürste. Für den Kranken oft frische Handtücher, eigene (!) Toilette.
>  Bei Allgemeinsymptomen der Pflegepersonen (Fieber "Grippe", noch keine Gelbsucht) bitte selber auch beim Arzt die Leberwerte kontrollieren lassen, selber keinen Alkohol trinken, da dieser bei einer möglichen Infektion die Erkrankung wesentlich verschlimmern könnte.
> Für den Hepatitis A-Erkrankten gilt: Schonung, eigene Toilette, Bettwäsche und Wäsche auskochen lassen. Strikte persönliche Hygiene (eigene Hände!), Hygiene im Toilettenbereich, in Küche, beim Essen. Nach Eintritt der Gelbverfärbung ist die Ansteckungsgefahr innerhalb weniger Tage nicht mehr vorhanden.
> Sofort zu Beginn der Erkrankung bzw. dann, wenn die Verdachtsdiagnose aufkommt, prüfen, bzw. prüfen lassen, ob eine Impfung oder ein anderweitiger Schutz medizinisch noch sinnvoll ist. Dies ist mit den neuen Impfstoffen (s.o.) praktisch immer gegeben, deswegen hier möglichst keine Zeitverzögerung.

Gelbsucht anderer Ursache:
Eine Gelbverfärbung von Augapfel und Haut ist nur ein Symptom, das bei verschiedenen Erkrankungen auftritt, wie z.B. andere Virusinfekte der Leber, Gallensteine, Bakterieninfekte der Leber oder Gallengänge, Malaria oder andere Gründe für Blutzellschäden, auch Leber-/Gallen-/oder Bauchspeicheldrüsenkrebs sind möglich. Entsprechend können dann Ultraschalluntersuchungen, weitere Labortests sowie andere Maßnahmen zur Diagnostik notwendig werden. Ggf. können auch spezielle Antibiotika die richtige Therapie sein.

Die Angaben sind
  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes
  • auf längere Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten
  • nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt ist unerlässlich
  • trotz größtmöglicher Bemühungen nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell

Text entnommen aus den Informationen des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amts.

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hepatitis#Hepatitis_A

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_hepatitis_120.html

http://www.reisemed.at/hepatitis_a.html

http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/hepatitis_a.htm

http://www.hepatitis-nrw.de/

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/hepatitis_a.htm

http://www.meine-gesundheit.de/354.0.html

http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/index_html

 

 


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