Mamma-Carcinom

Mamma-Carcinom

Häufigkeit:

Brustkrebs ist seit langem und mit Abstand die häufigste bösartige Erkrankung der Frau. Etwa 65 von 1000 Frauen müssen bis etwa zum 70.Lebensjahr mit einer Brustkrebserkrankung rechnen, das sind etwa 45-50.000 Neuerkrankungen und ca. 18.000 (!) Todesfälle pro Jahr allein in Deutschland.

Risiken: Ein erhöhtes Risiko haben:
  • Frauen mit Brustkrebs in der 1.-2.-gradigen Verwandtschaft (z.B.Mutter/Schwester, dann Tante/Oma)
  • Frauen mit steigendem Alter (allgemeines Altersrisiko)
  • Frauen mit Adipositas (Übergewicht, Risiko linear mit Pfunden ansteigend))
  • Frauen, die keine Kinder geboren haben 
  • Frauen, die nicht gestillt haben 
  • Frauen, die rauchen.
  • Frauen mit Bewegungsmangel
  • Frauen, die mehr als 5 g Alkohol am Tag trinken (1/4 ltr. Wein hat ca. 30 g Alkohol (!), 1/2 ltr.Bier ca.20-25 g !!!)
  • ein gering erhöhtes Risiko gibt es auch bei einer Hormonsubstitution (für die Wechseljahre), wenn sie länger als 5 Jahre genommen wurde, aber wohl nur dann, wenn Östrogen mit einem Gestagen kombiniert werden muß (also nur bei vorhandener Gebärmutter), eine alleinige Östrogentherapie vermindert das Brustkrebsrisiko sogar, zumindest in den ersten 5-7 Jahren!
Symptome: Das wichtigste Symptom ist ein tastbarer Knoten in der Brust, zusätzlich können Hauteinziehungen oder Brustwarzeneinziehungen vorkommen (siehe Bilder unten!), ebenso Sekretion aus der Brustwarze (die häufig vorkommt und meist harmlos ist, wenn aber blutige Flüssigkeit austritt, ist das ein Alarmsymptom und sollte immer gleich zum Frauenarzt führen!).
Oft ist aber auch gar kein Knoten zu tasten, sondern die Mammografie und/oder der Brustultraschall zeigen einen verdächtigen Befund an.
Diagnostik: Wichtig für die frühzeitige Diagnose sind
  • Regelmäßige Selbstuntersuchung der eigenen Brust !!! (siehe unten in den Links) 
  • Regelmäßige Krebsvorsorge/Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt
  • ab etwa 40 Mammografie als Basismammografie, wobei hier schon wieder ein Problem mit den gesetzlichen Kassen auftritt, weil das 2004 neu eingeführte Mammografie-Screening erst ab 50 greift und (so der Text) "eine vorsorgliche Mammografie zur Früherkennung eines Mammakarzinoms nur beim Vorliegen relevanter Risikofaktoren" Kassenleistung ist. Aber in der Regel findet sich ein Weg. 
  • Äußerst ratsam sind auch regelmäßige jährliche vorsorgliche Ultraschallkontrollen der Brust (in der Regel als IGEL-Leistung)
  • sinnvoll: Teilnahme an "MAMMA-CARE"-Kursen, in denen neben Erklärung des Aufbaus der Brust und der Selbstuntersuchung das Abtasten an Silikon-Modellen mit auch eingebauten "Knoten" geübt wird und ein viel besseres Bewußtsein für die Brust erlernt wird (in guten Kursen und bei gegenseitigem Einverständnis sollte auch das Abtasten mehrerer Teilnehmerinnen untereinander geübt werden, um nicht nur die eigene Brust zu kennen, sondern auch mögliche Unterschiede bei anderen Brüsten kennenzulernen)
    Solche Kurse bieten z.B. pro-familia, manche Kliniken, Praxen und auch Krankenkassen oder auch Volkshochschulen an.

    weiteres zu mamma-care auch unter
  • http://www.krebsgesellschaft.de/re_mammacare_brust_selbstuntersuchung,60394.html
  • http://www.mammacare.de/

     pro-familia und auch die Missioklinik und die Theresienklinik in Würzburg bieten neben anderen Instituten (auch häufig die Krankenkassen selber) mamma-care-Kurse an.

 

Therapie:

Therapeutisch ist nach wie vor meist das chirurgische Vorgehen das primäre. Wenn der Knoten noch nicht zu groß ist oder nicht zu ungünstig sitzt, kann man heute meist brusterhaltend operieren, wichtig ist dann zur Festlegung der weiteren Therapie die Diagnostik an den Achsel-Lymphknoten, die man entweder mit einem getrennten Schnitt herausnimmt, oder es wird der "Wächter-Lymphknoten" ("sentinel-node") gesucht, das ist etwas komplizierter, weil dieser erst mit einer radioaktiven Substanz (manchmal zusätzlich mit Farbstoff) markiert werden muß, die man in die Tumorumgebung injiziert und die dann den Abfluß anzeigt, den Lymphknoten findet man dann mit einem Strahlendetektor. Allerdings ist die alleinige Sentinel-node-Resektion erst allmählich ausreichend wissenschaftlich abgesichert, oft werden die Achsel-Lymphknoten noch mit entfernt.
In manchen Fällen ist als erster Schritt nach der histologischen Diagnose (meist durch Stanzbiopsie) zur Tumorverkleinerung zuerst eine Chemotherapie sinnvoll, um dann vielleicht doch noch eine brusterhaltende Therapie zu ermöglichen.
Bei brusterhaltender Therapie (BET) ist nachfolgend dann in jedem Fall eine Bestrahlung der Restbrust erforderlich, um noch möglicherweise vorhandene Tumorzellen zu eliminieren.
Wenn der Tumor sehr ungünstig sitzt oder schon zu groß ist oder manchmal auch mehrere Krebsherde verteilt in der Brust sitzen, manchmal auch in Form von mehreren zusätzlichen "in-situ-Carzinomen", wird nach wie vor die Entfernung der gesamten Brustdrüse vorgenommen ("Mamma-Amputation", Mastektomie), dabei werden ebenso die Lymphknoten der Achselhöhle (über denselben Schnitt) mit entfernt.
Wenn Lymphknoten befallen sind, wird man zur Nachbehandlung eine systemische Therapie (die in den ganzen Körper kommen kann) brauchen, entweder in Form einer Chemotherapie mit Cytostatika (krebshemmenden Medikamenten) und/oder einer hormonellen Therapie.
Sehr sinnvoll ist auch die weitere zusätzliche Behandlung mit einem Mistelpräparat wie z.B. Iscador. Je früher diese Therapie einsetzt, umso besser. Inzwischen wird die leider nicht ganz billige Iscador-Therapie wieder von den Krankenkassen bezahlt und ist  unbedingt empfehlenswert ! 

Die große Mehrzahl aller Brustkrebsfälle kann durch die Therapie geheilt werden!

                           

                     
Fortgeschrittener Brustkrebs links mit 2 Krebsherden, einer zentral hinter der Brustwarze mit typischer Einziehung der Warze und der Haut, der andere seitlich außen als
Verdickung sichtbar. In der Mammografie deutlich sichtbar die beiden Tumorherde.                           

Links:

hier Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust, auch zum Ausdrucken (mit freundlicher Genehmigung der Fa. Dr.Kade/Besins)

http://www.brustkrebs-kompetenz.de/index.asp

http://www.med.tu-muenchen.de/de/gesundheitsversorgung/
kliniken/frauenklinik/PDF/Studien_seite1.pdf

http://www.brustkrebs.de/

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_0_6.html

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_allgemeines-haeufigkeit_365.html

http://www.m-ww.de/krankheiten/krebs/brustkrebs.html

http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/brustkrebs.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Brustkrebs

http://www.brustkrebs-muenchen.de/

http://www.g-o.de/wissen-aktuell-1687-2004-10-07.html  Informationen zur Misteltherapie mit Iscador

http://www.c-a-r-t-o-o-n-s.de/Seiten/anato009.html  (mit guten anatomischen Bildern!)


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