Pille danach

Pille danach

Schwangerschaftsverhütung (=Kontrazeption = Antikonzeption = Empfängnisverhütung)
VERHÜTUNGSPANNE?: siehe bei Pille-danach, ziemlich unten auf der Seite.

 

 Jede Frau ist anders.

Aus diesem Grund kann es auch keine Allgemeinempfehlung für eine Verhütungsmethode geben, sondern es muss ganz individuell mit dem Frauenarzt besprochen werden, welche der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unter Berücksichtigung etwaiger medizinischer Risiken und anderer Faktoren für die einzelne Frau die für sie beste ist. Hierbei spielen viele Faktoren eine Rolle, jede Verhütungsmethode hat ihre Vor- und Nachteile, jeder Mensch hat Vorstellungen und Erwartungen, das alles gilt es in einem Gespräch (natürlich auch einer Untersuchung) zu werten und individuell dann miteinander zu entscheiden, welche Verhütungsmethode die geeignetste ist.
Diese Seite ist außerordentlich ausführlich, erhebt aber dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Außerdem kann sich jede/r auf dieser Seite hier mit Hilfe eifrigen Studiums und der unglaublich vielen Links bei entsprechendem Interesse so tief in die Materie eingraben, daß auch ich kaum noch was Neues dazu sagen könnte.....
Die Links stehen sowohl bei den einzelnen Methoden, außerdem ganz am Schluss eine Riesenliste, alles persönlich geprüfte Seiten. Allerdings komm ich nicht immer dazu, sie oft genug zu überprüfen, ob sie noch funktionieren, deshalb meine Bitte: wenn Sie eine nicht mehr funktionierende Seite entdecken, geben Sie mir doch bitte per email Bescheid! Vielen Dank.

Die vielen Möglichkeiten:

1) HORMONELL

2) MECHANISCH / CHEMISCH

3) "NATÜRLICH"  (NFP)

4) NICHT EMPFEHLENSWERTE METHODEN

5) NOTFALL - METHODEN

weiterführende und ergänzende Links finden Sie  ganz unten und teilweise direkt bei den Methoden 

 

  

Die Pille:                     

Die Pille ist nach wie vor in großen Teilen der Industrieländer das sicherste und auch häufigste Mittel zur Schwangerschaftsverhütung. Die Pille enthält weibliche Hormone (Östrogen und Gestagen) in verschiedener Zusammensetzung. Heute werden vor allem möglichst niedrig dosierte "Mikropillen" verwendet, die trotz der geringen Dosis immer noch sichere Verhütung garantieren.

Wirkung:
  • Verhinderung von Eireifung und Eisprung (=Ovulation, daher auch "Ovulationshemmer")
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut (Dünnerwerden), damit auch die angenehme "Nebenwirkung" einer deutlich schwächeren Menstruation 
  • Verfestigung des Schleimpropfes im Gebärmutterhals
Sicherheit:
  •  Pearl-Index 0,02 bis 0,05, d.h. von 100 Frauen, die 1 Jahr lang die Pille nehmen, werden etwa 0,02 bis 0,05% schwanger.
Vorteile:
  • eine der sichersten und jederzeit reversiblen Verhütungsmethoden
  • einfache Anwendung
  • keine Beeinflussung des Sexuallebens
  • reguliert den Zyklus, damit weniger Blutungsstörungen
  • reduziert Menstruationsschmerzen oder bringt sie oft sogar zum Verschwinden
  • Menstruation wird deutlich schwächer, dadurch viel weniger Blutverlust
  • seltener Eileiterentzündungen (Adnexitis)
  • geringeres Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumcarzinom)
  • geringeres Risiko für Eierstockkrebs (Ovarialcarzinom)
  • seltener Ovarialcysten
  • oft positive Beeinflussung der Haut, bei bestimmten Pillen ganz gezielt gegen Akne. 
Nachteile:
  • Nebenwirkungen sind möglich, wenn auch selten (Brustspannen v.a. anfangs, Zwischenblutungen meist in den ersten Zyklen,  Gewichtszunahme nur selten! )
  • Die Thrombosegefahr ist unter Pilleneinnahme erhöht (im ersten Jahr 3-5-fach, dann 3-fach, beim Vorliegen erblich-genetisch bedingter Genmutationen an bestimmten Gerinnungsfaktoren wie Faktor-5-Mutation oder Faktor-2-Mutation dann doch deutlich erhöht (Faktor-5-Mutation ca.35-fach, Faktor-2-Mutation ca. 16-25-fach), insgesamt aber ziemlich selten. Thromboserisiko wird aber deutlich erhöht durch Rauchen (bei 1 Packung Zigaretten am Tag alle Zahlen ca. verdreifacht!!!), Übergewicht und hohen Blutdruck. Empfehlung: Abklärung des Thromboserisikos durch Blutuntersuchung, leider teuer und nur bei fam.Belastung Kassenleistung)
  • Besser keine Pille nehmen bei von vornherein schon erhöhtem Thrombose- und Gefäßrisiko (Thrombosen, Herzinfarkte, Schlaganfälle bei Familienmitgliedern vor dem 50. Lebensjahr, bereits erlittene Thrombose, auch Raucherinnen sollten keine Pille nehmen)
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen wie AIDS, Syphilis, Chlamydien; Gonorrhoe etc.  (siehe STD)
Hinweise: Die Sicherheit der Pille wird eingeschränkt durch
  • Einnahmefehler wie: Vergessen, zu späte (>36 h) Einnahme der folgenden Pille
  • Einnahme bestimmter Medikamente (Antibiotika, Abführmittel u.a., bitte Waschzettel beachten!)
  • Durchfall und/oder Erbrechen

Wurde einmal die Einnahme vergessen, besteht keine Gefahr, wenn die vergessene Pille innerhalb von 12 Stunden noch genommen wird (zwischen zwei Pillen dürfen nie mehr als 36 Stunden liegen!). Dies darf pro Zyklus allerdings nicht öfter hintereinander passieren. Wurde dieses Zeitintervall überschritten, muß unbedingt für ca. 10-14 Tage ein zusätzlicher Schutz (z.B. Kondom) verwendet werden, besser sollte aber auch noch der Frauenarzt gefragt werden.
Weitere Infos zu vergessener Pille: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_pille-vergessen-und-jetzt-_677.html

Links:

  

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Nuva-Ring:

 

Seit  etwa 2003 gibt es eine wunderbare Methode, die nach dem gleichen Prinzip und genauso sicher wie die Pille wirkt, nur dass die Hormone nicht geschluckt werden, sondern von einem in der Scheide liegenden weichen Kunststoffring abgegeben werden. Die Hormone werden kontinuierlich durch die Scheidenwand vom Körper aufgenommen. Der Vorteil liegt in der etwas geringeren Hormonmenge, weil die Stoffe nicht erst die Leber passieren müssen, sondern direkt in den Blutkreislauf gelangen, und  vor allem: das Vergessen der Pille ist kein Thema mehr, ebenso gibt es keine Probleme bei Durchfall oder Erbrechen.
Das richtige Selbsteinlegen des Rings ist (ggf. nach Instruktion durch den Frauenarzt) sehr einfach, ebenso die Entfernung.
Bei Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika, Abführmitteln und bestimmter Schmerzmittel sollten sicherheitshalber Zusatzmethoden wie Kondom verwendet werden.

>>  mehr Links unter Nuva-Ring


       
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Verhütungspflaster EVRA:

Auch hier werden (wie beim Nuva-Ring) die Hormone nicht geschluckt, sondern hier mittels eines Pflasters durch die Haut direkt in den Blutkreislauf aufgenommen. Hierdurch kommt man ebenfalls mit einer geringeren Hormonmenge aus. Die Pflaster müssen einmal pro Woche (alle 7 Tage) erneuert werden.
Nach 3 Pflastern kommt eine Woche Pause, in der eine schwache menstruationsartige Blutung auftritt. Im Prinzip wie die Pille, also 21 Tage Hormone und 1 Woche Pause. Die Sicherheit ist gleich gut wie bei der Pille, vorausgesetzt, das Pflaster klebt und kann seine Wirkstoffe abgeben.

Links:

  

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Minipille ("östrogenfreie Pille"):

 

Minipillen enthalten im Gegensatz zur "normalen" Pille nur ein Gestagen, kein Östrogen, haben deshalb auch weniger Nebenwirkungen.
Die bisherigen älteren Minipillen hatten einen großen Nachteil: Sie mussten fast bis auf die Stunde genau eingenommen werden. Seit einiger Zeit gibt es eine neue Minipille (Handelsname: Cerazette), die mit einem anderen Gestagen die Vorteile der "normalen" Pille und die der Minipille in sich vereint: Sie hemmt ebenfalls den Eisprung und hat auch einen "Zeitüberziehungskredit" von 12 Stunden, kann also innerhalb des gleichen Zeitfensters wie die normale Pille genommen werden und hat trotzdem weniger Nebenwirkungen bei nahezu gleicher Sicherheit . ("Östrogenfreie Pille")

Wirkung:
  • Verhinderung des Eisprungs (nur bei Cerazette)
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut
  • Verfestigung des Schleims im Gebärmutterhals
Sicherheit:
  • fast gleich sicher wie die "normale" Mikropille
Vorteile:
  • weniger Nebenwirkungen als die "normale" Pille
  • geeignet auch für einen Teil der Frauen, die die "normale" Pille nicht einnehmen sollen oder nicht vertragen
  • gleicher "Zeitüberziehungskredit" wie normale Pille
Nachteile:
  • geringere Zyklusstabilität, d.h. häufiger Zwischenblutungen
  • schützt nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen

  

Links:

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Implanon ("Hormonstäbchen"):

 

Diese Methode gibt es erst seit wenigen Jahren. Hierzu muss ein gestagenhaltiges weiches 4 cm langes Kunststoff-Stäbchen (in örtlicher Betäubung) unter die Haut (am Oberarm) implantiert werden. Das Hormon wird kontinuierlich ins Blut abgegeben und verhindert den Eisprung, zusätzlich wirkt es auch an der Gebärmutterschleimhaut und am Schleim des Gebärmutterhalses. Nach 3 Jahren muss das Stäbchen entfernt (und evtl. erneuert) werden, hierzu ist eine örtliche Betäubung und ein kleiner Schnitt am Oberarm notwendig.

Wirkung:
  • Verhinderung des Eisprungs
  • mangelhafter Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
  • Verfestigung des Schleims im Gebärmutterhals
Sicherheit:
  • ziemlich sicher (deutschlandweit bisher nur ca. 100 Schwangerschaften bekannt, aber immerhin...)
Vorteile:
  • kann nach Implantation für 3 Jahre verbleiben
  • die Frau muß sich während der Liegedauer um nichts kümmern außer regelmäßigen Kontrolluntersuchungen
  • nach Entfernung des Implantates ist die Empfängnisfähigkeit sehr rasch wiederhergestellt
  • geeignet für einen Teil der Frauen, die aus verschiedenen Gründen eine östrogenhaltige "Pille" nicht nehmen sollen oder nicht vertragen.
Nachteile:
  • Das Implantat muß nach spätestens 3 Jahren wieder entfernt werden, dies kann manchmal ziemlich schwierig sein (Kapselbildung, theoretisch
    mögliches Wandern im Gewebe und damit erhebliche "Auffindungs"-Probleme (wurde schon mehrfach beschrieben), sollte aber bei korrekter intracutaner Einlage nicht vorkommen).
  • Zur Entfernung ist eine kleiner Hautschnitt erforderlich, dies hinterläßt eine neue kleine Narbe
  • relativ hohe Kosten
  • Akne kann etwas gehäufter auftreten, vor allem bei vorbestehender Neigung zu Akne
  • geringere Zyklusstabilität (Zwischenblutungen, unregelmäßige Blutungen, manchmal völliges Ausbleiben)
  • Lokalanästhesie nötig zur Implantation und zur Entfernung
  • Keine Kassenleistung (weder Einsetzen noch Entfernung)

  

Links unter Implanon

http://www.gyn.de/verhuet/implanon.php3?lng=

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_verhuetungsstaebchen_684.html

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Dreimonatsspritze:

 

Die Dreimonatsspritze enthält auch nur Gelbkörperhormon, Wirkung ähnlich wie Implanon, nur insgesamt wesentlich höhere Hormondosis mit manchmal lang anhaltender Nachwirkung.

Wirkung:
  • Verhinderung des Eisprunges
  • veränderter Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
  • Verfestigung des Schleims im Gebärmutterhals
Sicherheit:
  • sehr sicher
Vorteile:
  • muß nur alle 3 Monate gespritzt werden (außer bei den ersten 3 Spritzen, da sind die Abstände kürzer!)
Nachteile:
  • Langzeitinjektion, bei der während der Zeit der Wirkungsdauer (mindestens 3 Monate) mit evtl. auftretenden Nebenwirkungen (Zwischenblutungen, selten: Depressionen) gerechnet und gelebt werden muß.
  • nach Absetzen der Spritze kann es bis zu einem Jahr (manchmal auch deutlich länger!) dauern, bis sich der Zyklus wieder normalisiert und eine Schwangerschaft eintreten kann, da oft eine sehr nachhaltige Blockade der Eierstöcke eintritt, vor allem bei Depo-Clinovir, deshalb hier inzwischen geringere Dosis erhältlich (Handelsname: Sayana), aber auch hier kann es bis über 1 Jahr dauern bis zur Schwangerschaftsmöglichkeit (s.o.) 
  • es ist noch wahrscheinlich, daß die Langzeitanwendung der Dreimonatsspritze die Entwicklung einer Osteoporose fördern kann, deshalb Anwendung unter 18 Jahren eher nicht ratsam!!! 
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • relativ hohe Kosten im Vergleich

Ich persönlich bin definitiv kein Freund von 3-Monats-Spritzen und verabreiche diese nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Aufklärung über die möglicherweise sehr lange Dauer von auch deutlich über 1 Jahr bis zur vollen Funktionsfähigkeit der Eierstöcke insbesondere bei jungen Frauen, wo auch noch die Gefahr einer Osteoporose droht.

  

Links unter 3-Monatsspritze

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_drei-monats-spritze-depot-spritze-_683.html

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Hormonspirale  Mirena: (siehe auch Mirena)

 

Wirkung: Diese "Spirale" (heißt eigentlich "Intrauterin-System") hat am Schaft keine Kupferwicklung wie eine "übliche" Spirale, sondern ein Gelbkörperhormondepot in weichen Kunststoff eingebettet, es werden über eine Liegedauer von 5 Jahren (!) kleinste Gelbkörperhormonmengen an die Gebärmutterschleimhaut abgegeben und bewirken dort folgendes:
  • die Gebärmutterschleimhaut baut sich nur ganz dünn auf (was auch den anderen Riesenvorteil der Mirena ausmacht: wenig dünne Schleimhaut gibt wenig bis fast keine Menstruationsblutung!)
  • der Schleim im Cervixkanal wird zäher und kann daher von Spermien kaum noch überwunden werden.
Sicherheit:
  • die Hormonspirale ist so sicher wie eine Sterilisation (!!!).  Pearl-Index 0,14
Anwendung:
  • die Hormonspirale wird während einer Menstruation (oder nach Geburt) in die Gebärmutter eingelegt. Erleichtert wird die Einlage durch die vorherige (ca 12 h vorher) Einnahme einer speziellen Tablette, die den Gebärmitterhalskanal erweitert und weicher macht. Bitte fragen Sie vorher in der Praxis danach!
  • Liegedauer bis 5 Jahre, bei Kinderwunsch jederzeit sofort entfernbar
Vorteile:
  • sehr große Sicherheit
  • Regelblutung wird erheblich schwächer (weil die Schleimhaut in der Gebärmutter ganz dünn wird), bei ca. 20% der Frauen wird sie so schwach, daß keine Blutung mehr bemerkt wird (obwohl der Zyklus unverändert weiterläuft!)
  • Periodenschmerzen werden meist deutlich besser
  • weniger Blutverlust durch schwache Periode
  • teils erhebliche Einsparungen an Hygieneartikeln, besonders dann, wenn die Blutung vorher sehr stark war (Da werden meist erheblich mehr als die gesamten Spiralenkosten samt Ultraschallkontrollen eingespart!).
  • möglicherweise Verlangsamung des Wachstums von Myomen 
  • auch in der Stillzeit ohne Bedenken anzuwenden
  • auch bei Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko anwendbar (Zustand nach Thrombose, genetische Mutation von Gerinnungsfaktoren wie Faktor-5-Leiden-Mutation oder Faktor-2-Mutation (=Prothrombin-Mutation))
  • in den ausklingenden Wechseljahren auch längere Liegedauer als 5 Jahre möglich, es bleibt ein (zwar schwächer werdender, aber die Fruchtbarkeit wirds ja auch) Verhütungsschutz und gleichzeitig aber auch ein gewisser Schutz vor Endometriumkarzinomen, da die noch vorhandene Restabgabe des Gelbkörperhormons die alleinige Wachstumsstimulation des Östrogens auf die Gebärmutterschleimhaut zu einem Teil kompensieren/gegensteuern kann. Wenn Sie hierzu näheres wissen wollen, fragen Sie mich bitte in der Praxis.
Nachteile:
  • anfangs teils längerdauernde schwache Zwischenblutungen
  • relativ hoher Preis (der aber oft durch die Einsparungen an Hygieneartikeln sogar überkompensiert wird)
  • bei "Ausbleiben" der Blutung keine Zykluskontrolle, Schwangerschaftsrate aber extrem gering (ich selbst habe seit der Einführung von Mirena vor ca 17 Jahre nur eine einzige Mirena-Schwangerschaft erlebt und die war im Eileiter).
    Zum Vergleich: Bei Kupferspiralen habe ich pro Jahr mindestens 2-3 Schwangerschaften gesehen) 
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten

  

ausgiebige Links unter Mirena

http://www.gyn.de/verhuet/mirena.php3?lng=

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_hormonspirale_686.html

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Kondom:

Das Kondom war vor Einführung von Pille und Spirale weltweit das meistgebrauchte Verhütungsmittel.
Es ist aber noch bis heute das einzige Verhütungsmittel, das auch einer Infektion durch sexuell übertragbare Erkrankungen wie z.B. AIDS, HPV, Chlamydien, Herpes oder Syphilis u.a. vorbeugt !!!!!  (siehe STD)

Wirkung:
  • Barrieremethode. Penis und Scheide (damit auch potentiell infizierte Schleimhäute) kommen nicht in direkten Kontakt miteinander. Das Kondom fängt die Spermien auf und verhindert deren Eindringen in die Scheide und Gebärmutter .
  • Durch die Kontaktverhinderung können keine Bakterien/Viren von einer auf die andere Seite gelangen (Infektionsschutz). Gilt auch für andere Körperöffnungen für den Fall der Kondomisierung. 
Sicherheit:
  • Die Sicherheit des Kondoms ist stark abhängig von der Übung und auch Konsequenz und Disziplin des Anwenders (Versagerquote 4 - 15%). 
    Bei Ungeübten können naturgemäß leichter Anwendungsfehler auftreten.
Anwendung:
  • Kondom rechtzeitig anwenden (vor  Berührung d.Penis mit dem Scheideneingang!)
  • Vorhaut zurückziehen, Kondom richtig aufsetzen (Rolle immer außen, nicht innen!  Wenn´s falschrum aufgesetzt war, neues Kondom verwenden!!!)
  • Kondom vorsichtig abrollen (nicht ziehen!). Vorsicht bei spitzen Fingernägeln, Perforationsgefahr! 
  • nach dem Samenerguß nicht warten, bis der Penis schlaff wird, sondern vorsichtig den noch steifen Penis samt Kondom aus der Scheide herausziehen, hierbei das Kondom am Penis festhalten. ( Achtung! Dabei passieren die häufigsten Fehler!!)
  • hinterher überprüfen, ob das Kondom dicht war (z.B. durch Auffüllen mit Wasser)
    (wenn mal eines platzt oder undicht ist, keine Panik, aber bitte am nächsten Morgen beim Frauenarzt anrufen wegen Pille danach!  siehe auch weiter unten bei "Pille danach")
Anwendungsfehler:
  • Beschädigung des Kondoms beim Auspacken/spitze/lange Fingernägel 
  • Herumdrehen des Kondoms nach zunächst falschem Aufsetzen (Rolle immer außen!)
  • Nicht-Festhalten des Kondoms beim Herausziehen des Penis aus der Scheide
  • zu spätes Herausziehen des Penis aus der Scheide (nach Erschlaffung, dann kann das Kondom in der Scheide liegenbleiben und das Sperma auslaufen)
  • es gibt Cremes/Gleitmittel, die Kondome anlösen und dadurch die Reißfestigkeit und Sicherheit beeinträchtigen.
Vorteile:
  • quasi der einzige Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS etc.
  • kein Arztbesuch notwendig
  • ein Kondom kann und sollte man/frau immer und überall dabei haben
  • überall weltweit und ohne Komplikationen erhältlich
  • Verhütung nur, wenn sie gebraucht wird
Nachteile:
  • muß in den Ablauf des Liebesspiels eingebaut werden und ist manchmal ziemlich "abtörnend"
  • erfordert Übung und etwas Disziplin (sollte man vorher schon mal geübt haben)
  • gelegentlich Latexallergie (es gibt aber auch latexfreie Kondome)
  • Versagerquote relativ hoch, aber stark abhängig von der Zuverlässigkeit und Disziplin der Anwender.

  

weiteres und Links unter Kondom

http://www.gyn.de/verhuet/mech_verh.php3?lng=

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_kondom_68.html

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Diaphragma:

Wirkung:
  • Das Diaphragma gehört zu den kombiniert mechanisch-chemischen Verhütungsmethoden. Es sieht aus wie ein kleiner mexikanischer Gummihut (naja, vielleicht auch ne Rappermütze?) mit einem Durchmesser zwischen 65 und 95 mm und wird kurz vor dem Verkehr mit genügend sperma-abtötender Creme auf der Muttermundsseite bestrichen und  in die Scheide eingeführt. Bei korrektem Sitz deckt es den Muttermund ab und bildet damit ein Hindernis für die Spermien. Allerdings wäre der Schutz ohne spermizide (spermatötende) Creme viel zu schlecht, erst in Verbindung mit einer solchen Creme oder Gel wird der angegebene Pearl-Index von ca. 2 - 4  erreicht! 
Sicherheit:
  • Bei richtiger Anwendung ist das Diaphragma fast genauso zuverlässig wie das Kondom.
    Aber hier liegt auch schon das Problem: die richtige Anwendung.
    Die Sicherheit des Diaphragmas hängt entscheidend von der richtigen Größe (wird vom Frauenarzt angepaßt) und vom exakten Sitz ab. Wichtig ist also, nach der Anpassung das korrekte Einsetzen in der Arztpraxis (oder in pro-familia-Kursen) zu üben!
  • Der Pearl-Index liegt bei richtiger Anwendung bei ca 2-4.
Anwendung:
  • Das Diaphragma muß vom hinteren Scheidengewölbe (Raum hinter dem Muttermund) bis vorn in die Nische hinter dem Schambein reichen.
  • Der Muttermund muß durch das Gummi (+Creme/Gel) vollständig bedeckt sein.
  • Das Diaphragma darf nur in Kombination mit einem spermienabtötenden Gel/Creme (Citrus-Gel nicht ausreichend !) verwendet werden.
  • Zwischen dem Einsetzen des Diaphragmas und dem Verkehr sollten nicht mehr als zwei Stunden liegen.
  • Nach dem Verkehr muß das Diaphragma noch mindestens 6-8 Stunden, aber nicht länger als 24 Stunden in der Scheide liegenbleiben.
  • das Diaphragma muß sorgfältig gepflegt werden und ca. alle 2 Jahre durch ein neues ersetzt werden.
Anwendungsfehler:
  • mangelnde Übung der Anwenderin
  • zu frühes Entfernen (weniger als 6 - 8 Std.) nach Verkehr
  • falscher Sitz ohne Abdeckung des Muttermunds (sollte aber nicht passieren, wenn das Diaphragma vernünftig angepasst und auch in der Praxis selbst "anprobiert" wurde und die Anwenderin gut instruiert ist.)

  

Vorteile:
  • muß nur angewendet werden, wenn es wahrscheinlich/voraussichtlich oder tatsächlich zum Verkehr kommt
  • kein Eingriff in den Zyklus

  

Nachteile:
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • bietet nur Sicherheit, wenn frau gelernt hat, ihren Muttermund sicher in der  Scheide zu ertasten und die richtige Einführung beherrscht
  • bei Oralverkehr sehr unangenehmer bitterer Geschmack der spermiziden Substanzen auf der Zunge d. Partners
  • Anpassung des Diaphragmas wird nicht von den Kassen übernommen, die Kosten für das Diaphragma natürlich sowieso nicht. 

  

weiteres auch unter Diaphragma

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Nur der Vollständigkeit halber:

Es gibt auch noch 2 weitere mechanische Methoden, die ich persönlich für eher untauglich halte, weil schlecht praktikabel, und deshalb hier nicht weiter besprechen will, sie sind auch im Laufe meiner inzwischen 25 Jahren Praxistätigkeit nicht ein einziges Mal (!!!) nachgefragt worden:

 


Das Lea-Kontrazeptivum 

      ganz links die betende Ente... ;-)

eine ziemlich unhandliche und viel zu schwere (ca. 40 g) Art Portiokappe aus Silikon. Funktioniert auch nur in Verbindung mit spermizidem Gel.
Der vom Hersteller angegebene mögliche zusätzliche vielleicht-könnte-Schutz vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten ist schlicht gemeingefährlicher Unsinn !!!

  

und Femidom, das Kondom für die Frau,

 die Knistertüte, ebenso eher unpraktisch und noch viel weniger erotisch (wenigstens hier in Westeuropa), wird allerdings häufiger in den Entwicklungsländern mit sehr hoher AIDS-Rate zur Verhinderung von Ansteckungen von HIV, STD und Schwangerschaft von den Frauen aktiv und sinnvoll verwendet.

Wer mehr wissen will, in manchen der Links sind diese Methoden erwähnt, ansonsten in den Suchmaschinen oder bei mir in der Praxis, direkt zum Ansehen.
Es gibt inzwischen noch mehr Frauenkondome, z.B. das FC2 (female condome 2, siehe http://www.fc2.us.com/fc2inthenews.html), auch V-amour (siehe http://www.prnewswire.co.uk/cgi/news/release?id=100916) oder auch hier: http://medtechproducts.net/.
Allerdings wurde in über 29 Jahren Praxis noch kein einziges mal nach Frauenkondomen gefragt (was allerdings vielleicht auch an der "Weltstadt in der Provinz" liegen könnte....)

  

Kupferspirale:

Neben der Verhütung mit Hormonen und der Sterilisation ist die Kupferspirale (IUP = Intrauterinpessar) eine der sichersten Methoden zur Empfängnisregelung.
Das IUP besteht aus  biegsamem Kunststoff etwa in Form eines T. Der schmale Träger (Schaft) ist mit einer dünnen Kupferwicklung versehen. Am unteren Ende des Trägers befindet sich ein Kunststoff-Faden zur Kontrolle und Entfernung der Spirale.

Wirkung:
  • aus der Kupferwicklung  werden ständig kleinste Mengen Kupfer freigesetzt, die die Beweglichkeit der Spermien erheblich hemmen, so kommt es gar nicht erst zum Rendezvous zwischen Sperm und Ei. 
  • der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut ändert sich gering, aber doch so, daß sich kaum ein befruchtetes Ei einnisten könnte (Pearl-Index 0,3 bis 0,5).
Sicherheit:
  • Die Spirale ist nicht ganz so sicher wie die Pille. Der Pearl-Index der meistverwendeten Spiralen wird mit etwa 0,3 bis 1,0 für das erste Jahr angegeben.
Anwendung:
  • Die Spirale wird meistens während der Periode (ersatzweise: kurz vor dem  Eisprung) in die Gebärmutter eingesetzt . Bei Frauen, die noch nicht geboren haben, erleichtert die vorherige (6-12 h vorher) Einnahme einer Gebärmutterhals-
    kanal erweiternden Tablette die Einlage meist erheblich. Bitte fragen Sie in der Praxis danach!
  • Sie kann ca. 2,5 bis maximal 3 Jahre in der Gebärmutter liegenbleiben, bei Kinderwunsch ist die Entfernung der Spirale jederzeit möglich
  • Der korrekte Sitz der Spirale muss regelmäßig per Ultraschall überprüft werden (anfangs  kurzfristig, später halbjährlich). Man sieht zwar am Faden, daß die Spirale noch vorhanden ist, aber nur der korrekte Sitz innerhalb der Gebärmutter gewährleistet die angegebene Verhütungssicherheit.
Vorteile:
  • die Frau muß sich während der Liegedauer um nichts kümmern außer um regelmäßige Kontrolluntersuchungen
  • kein Einfluß auf den natürlichen Zyklus
  • auch schon kurz nach einer Geburt und auch in der Stillzeit anzuwenden
  • hormonfrei, also auch für Frauen, die nicht mit Hormonen verhüten wollen oder dürfen. 

  

Nachteile:
  • Regelblutung kann eventuell etwas stärker, gelegentlich auch etwas schmerzhafter und länger werden, muss aber nicht. 
  • manchmal mehr Zwischenblutungen
  • statistisch etwas häufiger Eileiterentzündungen bei liegender Spirale (allerdings auch stark abhängig von der Anzahl der Sexualpartner und der Hygiene) , insgesamt aber sehr selten
  • Spiralen können innerhalb der Gebärmutter verrutschen und in sehr seltenen Fällen auch einmal ganz ausgestoßen werden, in beiden Fällen ist die Verhütungssicherheit nicht mehr optimal, in letzterem sozusagen nicht mehr vorhanden 
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen (siehe STD)

  

Links:

  

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Patentex und andere chemische Methoden:

Wirkung:
  • Die verschiedenen chemischen Methoden (Schaumzäpfchen, Gele, Cremes) bestehen aus einer wachs-/creme- oder gelartigen Substanz, die sich in der Scheide auflöst und einen zähen, von den Spermien schwer zu durchdringenden Schleim bildet. Meist haben sie auch noch zusätzlich eine spermizide (spermienabtötende) Komponente
Sicherheit:
  • Als alleinige Methode nicht wirklich zu empfehlen, da nicht sehr sicher
Anwendung:
  • Die chemischen Verhütungsmittel brauchen einige Minuten, um sich in der Scheide aufzulösen; vorher sind sie noch nicht wirksam. Deshalb müssen diese Mittel mindestens 10 Minuten vor dem Verkehr in die Scheide eingeführt werden.
    Wartezeiten beachten !!
Anwendungsfehler:
  • Nicht-Beachten der im Beipackzettel angegebenen Wartezeiten
  • zuwenig Wirkstoff eingeführt (bei Creme/Gel)
Vorteile:
  • Anwendung nur bei tatsächlichem Bedarf
  • vielleicht ein bißchen Schutz vor übertragbaren Bakterien durch leicht bakterienhemmende Wirkung, aber keinesfalls sicher !!
Nachteile:
  • zu geringe Sicherheit bei alleiniger Anwendung
  • es kann ein unangenehmes Wärmegefühl oder ein Brennen in der Scheide oder am Penis auftreten.
  • kein sicherer Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • bei Oralverkehr unangenehmer bitterer Geschmack (s.Diaphragma)

Link:

http://www.gyn.de/verhuet/chem_verh.php3?lng=

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_funktion-und-anwendung_705.html

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Sterilisation:

Die Sterilisation ist die Unterbrechung von Eileitern (oder Samensträngen) und ist endgültig.
Jeder, der Ihnen sagt, "man kann das ja später wieder rückgängig machen...", sollte sich ernsthaft nach seiner Seriosität fragen lassen, denn die Erfolgschancen einer Wiederherstellungs-Operation sind ziemlich gering (ca.20%) und werden von keiner Kasse übernommen. Eine Sterilisation sollte deshalb nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Familienplanung wirklich und endgültig abgeschlossen ist.
Wichtig ist, sich vor einem solchen Eingriff ausführlich beraten zu lassen, zumal eben die Kassen den Eingrifff nicht mehr bezahlen. Die Sterilisation ist eine der sichersten Verhütungsmethoden, aber auch hier gilt: ein Nullrisiko gibt es nicht; auch bei absolut richtig und ordnungsgemäß durchgeführter Sterilisation kann es in seltenen Fällen zu einer erneuten Schwangerschaft kommen, die Heilungskräfte der Natur sind manchmal gewaltig...  (Restrisiko immerhin statistisch 0,1 bis 0,3%).

  • Sterilisation der Frau

Wird per Bauchspiegelung (Laparoskopie) in einer Vollnarkose durchgeführt, dabei werden die Eileiter meist durch Hitze "verschweißt" (koaguliert) und dabei undurchgängig gemacht, damit können Ei und Samen nicht mehr aufeinandertreffen und eine Befruchtung wird unmöglich. Manche Operateure durchtrennen die Eileiter zusätzlich (keine Vorteile), manche verwenden Metall- oder Kunststoffclips zum Verschluss.
Der hormonelle Zyklus, also Eisprung, Periode etc. wird dadurch überhaupt nicht beeinflusst. Gelegentlich können Frauen nach einer Sterilisation einige Monate früher in die Wechseljahre kommen, wenn durch die Hitzeeinwirkung ein atypisch verlaufendes Gefäß zur Versorgung des Eierstocks mit undurchgängig wird.
Die Sterilisation kann meistens ambulant durchgeführt werden, ist mit niedrigem Risiko verbunden (Vorhandene Risiken: Verletzungen von Darm oder Gefäßen (vor allem bei Verwachsungen nach Vor-OP oder Entzündungen), Nachblutungen, sehr selten: Entzündungen).
Eine Sterilisation ist seit 2004 keine Kassenleistung mehr und muss in vollem Umfang von Ihnen selbst bezahlt werden, also Operateur, Anästhesist etc., eben alles, auch die präoperativen Untersuchungen im Zusammenhang mit der OP.

  • Sterilisation des Mannes: 

 

Bei der Sterilisation des Mannes werden die Samenleiter durchtrennt (Vasektomie). Hierdurch wird der Weg der Samenzellen unterbrochen, der Samenerguss bleibt aber   trotzdem nahezu unverändert, da nur maximal 5 - 10% dessen Volumens durch die Samenzellen selbst bedingt sind.
Allerdings enthält das Ejakulat durch noch gespeicherte Samenzellen in Prostata und Samenbläschen während der ersten ca. 2 - 3 Monate (oder ca. 50 "Schuss") nach dem Eingriff noch befruchtungsfähige Spermien, eine Sterilisation gilt erst dann als erfolgreich, wenn der Urologe in 2 Spermiogrammen keine Spermien mehr gefunden hat !!!
Eine Änderung der Potenz oder anderer sexueller Parameter sind mit einer Sterilisation nicht verbunden.

Der Eingriff beim Mann ist einfacher durchzuführen als bei der Frau, da die Samenleiter im Leistenkanal relativ oberflächlich liegen. Es wird in meist örtlicher Betäubung beidseitig am Rand des Hodensacks oder am Hinterrand desselben zentral (nur 1 Schnitt) ein kleiner Einschnitt gemacht und  der Samenleiter freigelegt, durchtrennt und ein kleines Stück zur histologischen Untersuchung herausgeschnitten. Anschließend wird wieder alles vernäht. Der Eingriff dauert normalerweise etwa 15 - 30 Minuten. 
Da der Eingriff in der Regel in Lokalanästhesie und nur relativ "oberflächlich" durchgeführt wird, sind Darmverletzungen wie bei der Frau (Eingriff innerhalb der Bauchhöhle!) sind nicht möglich, Gefäßverletzungen sehr selten, gelegentlich gibt es mal ein Hämatom (Bluterguß).
Der Eingriff gilt als ausgesprochen risikoarm und wird nahezu ausschließlich ambulant durchgeführt.

Wie bei der Frau wird auch die Sterilisation des Mannes seit 2004 nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt.

Links:

  

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"Natürliche Methoden":

Die natürliche Familienplanung ("NFP") basiert auf der Kombination zweier Methoden: Der Messung der Basaltemperatur (Thermal) und der Beobachtung des Zervix-Schleimes (Symptom). Diese Kombination wird auch "sympto-thermale Methode" genannt. Durch die Beobachtung des Schleimes läßt sich der Beginn der fruchtbaren Tage feststellen, durch die zusätzliche Messung  der Aufwachtemperatur der Eisprung und das Ende der fruchtbaren Zeit.

  • Schleimbeobachtung alleine: (Methode nach Billings)

Der Schleim, der von den Drüsen des Cervixkanals gebildet wird, wird (außer am Muttermund direkt am besten, aber selber nicht darstellbar) auch am Scheidenausgang sichtbar und beurteilbar. Er verändert sich im Laufe des Zyklus sehr deutlich:

  • die "Farbe" verändert sich von milchig bis klar
  • die Menge nimmt erheblich zu und es wird wirklich "schleimig"
  • "fruchtbarer" Schleim (etwa ab 10. bis 12. Zyklustag ab Beginn der Periode) ist  klar, reichlich und zieht lange Fäden ("Spinnbarkeit"), hat Ähnlichkeit mit Hühnereiweiß. Wenn Sie ein Mikroskop haben: ein auf einem Objektträger getrockneter Schleimfaden sieht fast wie ein Wunder aus - wie Farne oder auch Eiskristalle ("Farnkraut-Phänomen") - aber eben nur in der fruchtbaren Zeit !
  • nach dem Eisprung und Temperaturanstieg verschwindet die Spinnbarkeit wieder innerhalb von 2-3 Tagen völlig, ebenso das Farnkrautphänomen.
    Für sich allein ist die Schleimbeobachtung (Billings-Methode) nicht geeignet als Verhütungsmethode, erst in der Kombination mit der Temperaturmessung kann man bei guter Disziplin und Mitarbeit des Partners ziemlich gute Ergebnisse erreichen.
     


                       Farnkrautphänomen in der
                     Zyklusmitte (mikroskopisch)

 

  • Aufwachtemperaturmessung:

Die Messung der Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) zeigt die beiden Zyklusphasen (Follikelphase und Gelbkörperphase) und auch den stattgefundenen (oder auch nicht stattgefundenen) Eisprung an. Der Eisprung selbst lässt sich allerdings nicht voraussagen. Die Methode beruht auf der Tatsache, daß die Körpertemperatur in der ersten Zyklusphase um ca. 0.5°Celsius niedriger liegt als in der zweiten Zyklusphase. Der Eisprung und die nachfolgende Bildung des Gelbkörperhormons führen zu diesem Temperaturanstieg, vorstellbar als ein "höheres Energieniveau" für eine mögliche Schwangerschaft.

Kurven zur Temperaturmessung ("Basaltemperaturkurven") sind hier zum Download und zum selber-Ausdrucken zu finden, ausserdem gibt es jede Menge davon gratis in der Praxis.

Wichtige Regeln bei der Temperaturmethode:

  • Die Temperatur muß morgens vor dem Aufstehen (auch vor dem ersten "Pinkeln"!) und zur möglichst gleichen oder ähnlichen Uhrzeit gemessen werden (aber selbiges nicht unbedingt am Wochenende, s. nächste Zeile)).
  • Es sollte eine Schlafphase von mindestens 6 Stunden vorausgegangen sein
  • Messung am besten rektal oder vaginal, aber auch im Mund möglich (schlechter beurteilbar). Achselhöhle: nicht brauchbar!
  • Die Temperatur sollte immer sofort eingetragen oder wenigstens aufgeschrieben werden
  • Erkrankungen/Infekte/Medikamente, aber auch durchgefeierte Nächte können das Ergebnis verfälschen und sollten in jedem Fall in der Kurve vermerkt werden.

      jaja, ich weiß, wie schwierig das morgens sein kann....

  • Symptothermale Methode:

Kombination aus der Schleimbeobachtung und der Messung der Basaltemperatur, manchmal auch nur "Temperaturmethode" genannt, besser NFP (Natural Family Planning, geht aber auch auf deutsch mit NFP).

Wirkung:
  • Die fruchtbaren Tage sind bestimmbar (Beginn mit Veränderung des Schleimes, Ende 1- 2 Tage nach dem Temperaturanstieg), ca. 2 Tage nach dem Eisprung ist eine Befruchtung nicht mehr möglich, allerdings sind schon mehrere Tage vor dem Temperaturanstieg "gefährlich", da Spermien 2-3 (-7(!) ) Tage leben können und damit auch befruchtungsfähig bleiben. 
Sicherheit:
  • Abhängig von der konsequenten Messung und Beobachtung,
  • abhängig von der Disziplin beider Partner
  • abhängig von einem einigermaßen regelmäßigen Zyklus
Vorteile:
  • der eigene Körper wird gut wahrgenommen
  • kein Eingriff in den natürlichen Zyklus
  • unabhängig von  Arztbesuchen, sogar die Kurven kann man hier runterladen und ausdrucken (s.o.) 
  • kostenfrei
Nachteile:
  • Zuverlässigkeit der Methode abhängig von Erfahrung und Disziplin beider Partner
  • etwas aufwendige Methode, erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit der Anwender(in)
  • erfordert hohes Verständnis beider Partner gegenseitig 
  • erfordert einen einigermaßen regelmäßigen Zyklus
  • nicht bei allen Frauen ist die Basaltemperaturkurve eindeutig auszuwerten (!)
  • in besonderen Lebensphasen wie Pubertät, Stillzeit, Stress, Krankheit, Klimawechsel, Wechseljahre u.a., die zu Zyklusanomalien und u.U. zum Ausbleiben des Eisprungs führen können, ist die Methode nicht geeignet.

Hierzu ist auch das Buch von Dr.med.Rötzer, "Natürliche Familienplanung" sehr nützlich, es war quasi das "Kochbuch" zu NFP, allerdings hat es auch schon einige Jahre auf dem Buckel.
Weitere Buchtips:
http://www.natuerliche-verhuetung.de/de/buechernfp.html

Links:

 

  • Persona-Zykluscomputer

Hier werden Hormonveränderungen (LH und ein Estrogen-Abbauprodukt E3G im Urin) im Verlauf eines Zyklus mit Teststäbchen gemessen und dadurch die fruchtbaren und die "sicheren" Tage berechnet. Die Methode ist für Frauen mit einigermaßen regelmäßigem Zyklus geeignet. Die Sicherheit liegt etwa im Bereich der Kondome oder NFP (s.o.), also nur mäßig hoch. Der Preis für die Teststäbchen ist aber dafür wirklich hoch, auch deutlich teurer als die Pille.

Weitere Infos spare ich mir, Sie finden das alles in den Links.

Links:

 

  • Cyclotest-Computer (Temperaturmessung mit Speicherung und Angabe der fruchtbaren Zeit)

    also eine erheblich verbesserte und bequemere Art der Temperaturmessung.
    Einzelheiten im Prospekt, hier als PDF-Datei anzusehen. Es gibt mehrere Geräte je nach Bedürfnis zur Auswahl. 

  

  

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nicht empfehlenswerte "Verhütungsmethoden"

Coitus interruptus gehört zu den ältesten, aber gleichzeitig auch echt unbrauchbaren Methoden, sie verdient nicht den Namen einer Verhütungsmethode. Die Versagerquote liegt bei  25% und höher.
Bei dieser Methode soll der Mann kurz vor dem Orgasmus, der ja bekanntlich mit dem Samenerguss (Ejakulation) verbunden ist, den Penis aus der Scheide herausziehen, das alleine schon klappt nicht immer, außerdem ist es irgendwie dann auch weniger vergnüglich...
Bekanntermaßen werden aber auch schon lange vor dem Orgasmus Samenzellen abgesondert, und zu einer Befruchtung braucht es nur ein einziges Spermium...

Die Knaus-Ogino-Methode (auch bekannt als Kalendermethode) soll allein rein rechnerisch die fruchtbare Zeit bestimmen. Es wird über einen Zeitraum vom einigen Monaten der längste und der kürzeste Zyklus ermittelt, dann werden die fruchtbaren Tage (jeweils etwa 7 Tage im Zyklus)  "berechnet". Die Methode ist unzuverlässig und zur Verhütung definitiv unbrauchbar!  (Allerdings hat  sie als einzige wenigstens  den Segen des Papstes...)

..........;-)

 

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Notfallmethoden: (Notfallverhütung)

    

Notfallmethoden kommen dann zur Anwendung, wenn eine Frau ungeschützten Verkehr oder einen "Verkehrsunfall" zur Zeit des Eisprungs gehabt hat. Um in einem solchen Fall den Eisprung oder die Einnistung einer evt. befruchteten Eizelle zu verhindern, gibt es zwei Methoden:

  

Wirkung:
  • kurzfristige Veränderung der Hormone, dadurch Blockade oder Verzögerung des Eisprungs durch Verhinderung/Verzögerung des mittzyklischen LH-Peaks (soweit für Kenner). Die Gebärmutterschleimhaut selbst wird nicht relevant verändert, ebensowenig die Spermienbeweglichkeit.
    Hier muss man zwei Arten von Pille-danach unterscheiden:
    >Die "herkömmliche" Pille-danach (bis maximal 72 Stunden Wirksamkeit mit zeitlich stark abnehmender Sicherheit, Handelsname Pidana oder Levogynon)
    >
    Die "moderne" Pille-danach mit bis zu 120 Stunden (=5 Tage!) Wirksamkeit, ebenfalls zeitlich abnehmend, Handelsname ella-one
Sicherheit:
  • "herkömmliche" Pille danach: (Pidana,Levogynon ,früher auch noch Unofem, deren Vertrieb aus patentrechtlichen Gründen eingestellt ist, identisch mit Pidana)
    Pearl-Index etwa 2-10  je nach Zeitintervall zwischen Verkehr und Einnahme (maximales Zeitfenster mit schon relativ hoher Versagerquote: 72 Stunden,
    Natürlich hängt sie Sicherheit auch noch mit dem Einnahmezeitpunkt im Zyklus zusammen, ebenso das "Wirkdauerfenster", deshalb immer ereignisnahe Einnahme!
  • "moderne" Pille-danach: (ella-one)
    Pearl-Index 1-4, ebenfalls zeitabhängig, aber hier maximales Zeitfenster 5 Tage=120 Stunden.

    Nach Einnahme der "Pille danach" sollte sich die Periode zum normalen Zeitpunkt einstellen oder allenfalls um wenige Tage verzögern.
    Wenn die Blutung länger als 1 Woche ausbleibt oder auffällig stärker oder viel schwächer ist, sollte eine gynäkol.Untersuchung erfolgen. Generell ist eine Nachkontrolle im nächsten Zyklus zu empfehlen.

    Grundsätzlich sind nach Pille-danach für den Rest dieses Zyklus Kondome angesagt, auch wenn Sie die normale Pille weiternehmen!!!
Anwendung:
  • "herkömmliche" Pille-danach:
    es werden 2 Tabletten (Levogynon) bzw. 1 Tablette (Pidana) einer Gestagenpille (Levogynon à 750 µg, als Einzeltablette Pidana 1,5 mg) als Einmalgabe möglichst bald, d.h. innerhalb der ersten 24 Stunden nach Verkehr genommen, Einnahme noch bis zu max. 72 Stunden  mit steigender Versagerquote  möglich. Leider mit einem Verkaufspreis von über 17.- Euro grundlos völlig  überteuert, die Herstellung liegt deutlich unter 1.- Euro !
  • "moderne" Pille-danach:
    es wird eine Tablette ella-one möglichst zeitnah eingenommen, maximales Zeitfenster 120 Stunden=5 Tage, auch hier steigende Versagerquote mit der Zeit, aber deutlich sicherer, vor allem, wenn das Zeitfenster etwas eng wird....
    Auch hier ist der Preis mit fast 36.- Euro deutlich überteuert, die Bezeichnung "moderne" Pille-danach ist auch eher ein Marketing-Gag...

    Und natürlich sind Pille-danach-Anwendungen in keinem Alter eine Kassenleistung, aber das haben Sie sich eh schon gedacht...;-(

  

Vorteil:
  • gut geeignet für den "Notfall" , keine wirklichen Kontraindikationen.
  • kaum Nebenwirkungen, am häufigsten leichte Übelkeit, aber eigentlich nicht der Rede wert und wirklich ziemlich selten. 
  • ziemlich hohe Sicherheit (zeitabhängig)

Nachteile:





Noch was:


















Pille vergessen?

  • sollte eigentlich nur einmal im laufenden Zyklus angewendet werden, allerdings ist im Notfall eine mehrfache Anwendung immer noch weit besser und gefahrloser, als das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft einzugehen .
    Bei mehrfacher Anwendung innerhalb eines Zyklus ist mit (vorübergehenden) Zyklusstörungen zu rechnen (und mit einer ernsthaften Diskussion mit mir über vernünftige Primärverhütung )
  • kann natürlich eine vernünftige Empfängnisverhütung ("Primärverhütung") nicht ersetzen (!!!) 

  

 Es ist nicht notwendig (!!!), wegen eines Verhütungsunfalls in der Nacht auch gleich nachts einen Notdienst zu rufen, das reicht immer auch am nächsten Vormittag ab 10 Uhr,  das ist für die Sicherheit völlig ausreichend. Ich schreibe das aus durchaus leidvoller Erfahrung, denn auch Ärzte sind froh, wenn sie mal etwas ausschlafen dürfen. Danke.

In Notfällen: Sie erreichen mich in der Regel immer auch ausserhalb der Sprechstunden über meine Privatnummer, die dem Anrufbeantworter der Praxis zu entnehmen ist, da auch ggf. Vertretungsinfo.
Ausserdem gibt es in Würzburg einen frauenärztlichen Notdienst über die KV unter der Nummer 01805-19 12 12 12, das ist unabhängig von der Notfallpraxis, in der keine Frauenärzte tätig sind.


Links:

  

    Seit 2015 ist die "Pille danach" rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Allerdings müssen Sie in den Apotheken etliche medizinische Fragen beantworten, um eine Art Qualitätskontrolle zu erhalten. Aber in vielen Apotheken werden diese Fragen einfach am Verkaufstresen gestellt ohne jegliche Art von Intimsphäre oder Datenschutz, was in einer Praxis so undenkbar wäre. Ich selbst war vor einigen Monaten in einer Apotheke hinter einer jungen Frau gestanden, die da wegen Pille danach "ausgefragt" wurde ("was ist denn passiert?  "  "naja, halt das Kondom ist abgerutscht"    "wann hatten Sie denn letzte Periode?"  "Das weiss ich nicht so genau"   " Wie kann denn das sein, das schreibt man sich soch auf!?"   "stotter stotter- das ist halt so passiert."   Es wurde immer peinlicher, das arme Mädel vor mir wurde immer röter im Gesicht, die übrigen Kunden der Apotheke bekamen immer grössere Ohren...Für mich persönlich ein absolutes Unding und no-go, sowohl aus Datenschutzgründen als auch aus Persönlichkeits- und Peinlichkeitsgründen. Und die Antworten der halt notwendigerweise im Schnellkurs geschulten Apotheken-PTA waren auch eher unsicher und teils falsch, aber das lernen Fachärzte eben auch in langen Ausbildungsjahren und nicht in einem Wochenendkurs....  Eine Apotheke ohne gesonderten Raum für die Intimsphäre zum "medizinischen Verhör" würde ich sofort wieder verlassen. In einer Frauenarztpraxis darf sowas niemals passieren. Zumindest ist das meine persönliche Meinung.

Weitere Infos bei vergessener Pille:  http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_pille-vergessen-und-jetzt-_677.html

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  • Die Spirale danach

Bis zu 5 Tage nach einem ungeschützten Verkehr oder einer Verhütungspanne kann mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit die Einnistung einer befruchteten Eizelle auch noch mit einer Spirale verhindert werden. Die "Spirale danach" kommt vor allem dann in Frage, wenn anschließend ohnehin mit einer Spirale verhütet werden soll oder wenn der Zeitpunkt für die "Pille danach" schon überschritten ist, dann als echte Notfallverhütung "auf den allerletzten Drücker", danach gibt es nämlich nichts mehr zum Verhindern einer Schwangerschaft.

Links:

  


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