Praxis Dr. Thomas Uebele und Dr. Birgit Stadler angestellte Frauenärztin
Frauenärzte
  • Infektionen in der Schwangerschaft, Medikamenteninfo vor und in der Schwangerschaft und Stillzeit

 

Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Infektionen in Schwangerschaft und Wochenbett die Hauptursache für mütterliche und kindliche Sterblichkeit.                   
Auch wenn durch Fortschritte in der Medizin und durch bessere Lebensumstände die Situation heute  wesentlich besser ist, sind Infektionen auch heute noch eine der ganz wichtigen Gefahren für eine Schwangerschaft,
zumal die Viren und Bakterien meist immer noch die gleichen sind wie früher, aber teilweise wesentlich resistenter gegen Medikamente....
Sie finden teilweise direkte Links bei den einzelnen Erkrankungen, ganz unten am Ende der Seite dann eine größere Anzahl gesamt.
Infos über Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit ganz unten auf dieser Seite!

  

  

Röteln

Beschreibung Röteln (Rubeola) sind eine meist leicht verlaufende Viruserkrankung mit  typischen Symptomen Fieber, kleinfleckiger typischer Hautausschlag und meist Lymphknotenschwellungen, v.a. im Nackenbereich. 
Inkubationszeit 2-3 Wochen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          .                                                                                                       
  
                                                                                                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                                                                                                                           Rötelnausschlag am Rücken
Übertragung Meist Tröpfcheninfektion. Die Ansteckungsrate liegt bei flüchtigem Kontakt bei 20 %,  im häuslichen Bereich zwischen Mutter und Kind  50-90%.
Risiken für
das Kind
Treten Röteln während der Schwangerschaft auf, können die Rötelnviren über die Placenta auf das Kind übergehen und Mißbildungen, besonders an Auge, Ohr, Herz und Gehirn verursachen.
Das Risiko für das Kind ist sehr stark abhängig vom Schwangerschaftsalter zum Zeitpunkt der Infektion. Bei mütterlicher Rötelninfektion zwischen der 1. und 7. Schwangerschaftswoche liegt das Risiko einer Rötelnembryopathie bei ca. 50-60%, zwischen der 8. und 17. Schwangerschaftswoche sinkt es schnell von 25% auf 8%, danach unter 3%.
Prophylaxe Die sicherste Prophylaxe ist die rechtzeitige Rötelnimpfung bei Kindern und Jugendlichen.
Therapie Hat eine Schwangere ohne Röteln-Antikörper Kontakt mit einer an Röteln erkrankten Person, so kann innerhalb von maximal 72 (bis 96?) Std. nach diesem Kontakt Röteln-Hyperimmunglobulin gespritzt werden.
Bei nachgewiesener Rötelninfektion in der Frühschwangerschaft kann ein Abbruch der Schwangerschaft diskutiert  werden.

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Cytomegalie (CMV)

Beschreibung Virusinfektion. In Deutschland sind ca. 0,2 bis 0,3% der Neugeborenen mit CMV infiziert. Cytomegalie ist inzwischen die häufigste connatale (während der Schwangerschaft auf das Kind übertragene) Viruserkrankung in der Schwangerschaft.
Bei Erstinfektion einer Schwangeren hat das Baby ein 40%iges Infektionsrisiko.
Bis zu 90% der Infektionen verlaufen symptomlos (!). Es kann aber auch zu uncharakteristischen grippeähnlichen Symptomen kommen wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Oberbauchschmerzen etc.
Übertragung Das Cytomegalievirus wird mit Urin, Speichel, Tränenflüssigkeit,  Blut, Sperma und Vaginalsekret ausgeschieden.
Die Inkubationszeit kann zwischen 4 und 12 Wochen liegen.
Risikopersonen Schwangere, Pflegepersonal in Kinderkliniken, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen.
Risiken für
das Kind
Die Cytomegalie-Viren können über die Placenta  zum Kind übergehen. Es kann zu geistiger und körperlicher Entwicklungsverzögerung, Intelligenzdefiziten, Sprach- und Hörstörungen bis zur Taubheit kommen, vor allem bei Infektion in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln. Besonders gefährdet sind frühe Frühgeburten, auch noch nach der Geburt durch die Muttermilch.
Therapie Eine wirksame zugelassene Therapie gibt es bislang (noch) nicht, es sind jedoch erfolgversprechende Fortschritte mit Hyperimmunglobulinen gemacht worden, die jedoch noch nicht für eine Behandlung von infizierten Schwangeren zugelassen sind, möglicherweise aber im Rahmen einer "off-label-Therapie"eingesetzt werden können. siehe auch www.icon-cmv.de
Ein Schwangerschaftabbruch ist  bei gesicherter Erstinfektion in der Frühschwangerschaft aber auch zu diskutieren, wie auch in den meisten unserer Nachbarländer in Europa.
Prophylaxe

Eine Impfung gibt es noch nicht, ebensowenig eine wirksame zugelassene Prophylaxe (aber evtl. Hyperimmunglobulin im off-label-use, s.o. und im Link www.icon.cmv.de), d.h. Schwangere, die in ansteckungsgefährdeten Bereichen (vor allem Kindergärten und Betreuung von Kindern unter 3 Jahren) arbeiten, sollten die Ansteckungswege wissen und sich entsprechend verhalten. (siehe www.icon-cmv.de)
Hierzu gehen Sie bitte auf die untenstehenden Links! Meiden Sie Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränenflüssigkeit und Urin. Sorgfältige Händereinigung!
In der Regel wird ein großzügiges Beschäftigungsverbot bei exponierten Berufsgruppen ausgestellt.

Auszug aus www.icon-cmv.de zur vorbeugenden Hygiene:

"Spezifische Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen sind wichtig:
Weiß eine Schwangere, daß sie keine Antikörper gegen das CMV-Virus besitzt (seronegativ), sind spezielle Hygienemaßnahmen sinnvoll. Wenn möglich, sollte sie häufigen und engen Kontakt zu Kindern meiden. Das gilt vor allem bei beruflicher Exposition wie in Kinderkliniken und Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder.
Laut Untersuchungen sind bis zu 20 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Tagesstätten mit dem Cytomegalovirus infiziert und scheiden es mit dem Urin und Speichel aus, ohne dass bei ihnen Krankheitszeichen sichtbar wären.
Bei der Kleinkinderbetreuung ist es ratsam, insbesondere Gegenstände und Oberflächen, die mit Urin und Speichel von Kleinkindern in Kontakt kamen, zu reinigen. Wichtig für seronegative Schwangere ist darüber hinaus eine entsprechende Händehygiene mit Seife und warmem Wasser nach Windelwechsel, Füttern, Baden, Nase putzen und dem Anfassen von Spielzeug. Weiterhin sollte die gemeinsame Benutzung von Tassen, Handtüchern und anderen Gegenständen, die gemeinsame Nahrungsaufnahme, das Ablecken von Schnullern und das Küssen auf den Mund des Kindes vermieden werden. "

Arbeitsschutz für Schwangere bei der vorschulischen Kinderbetreuung

Vor allem im Umgang mit Kindern im Vorschulalter besteht bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko der Infektion mit bestimmten Krankheitserregern, die den Feten gefährden können. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber entsprechende Bestimmungen erlassen und notwendige Schutzmaßnahmen angeordnet.
Laut Biostoffverordnung vom 12. Februar 2007 dürfen schwangere Frauen bei fehlender Immunität gegen Cytomegalie (seronegativ) nur über drei Jahre alte Kinder betreuen. Sie müssen dann den engen Körperkontakt und den Kontakt mit Ausscheidungen (besonders Urin, Speichel und Tränenflüssigkeit) meiden.
Zur Feststellung des Immunstatus der Schwangeren ist eine Untersuchung vorgeschrieben. Diese bildet die Voraussetzung für eine Einstellung beziehungsweise für den Einsatz. Bei bereits beschäftigten schwangeren Frauen muss der Arbeitgeber zeitnah nach Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Untersuchung veranlassen. In Abhängigkeit vom Ergebnis ist dann (meist vom Arbeitgeber) ein Tätigkeitsverbot auszusprechen.

Bundesweit keine einheitliche Regelung

Die Empfehlungen zur Weiterbeschäftigung schwangerer, CMV-seronegativer Frauen variieren von Bundesland zu Bundesland. Grundlage für die Entscheidung, ob eine Schwangere in der Kleinkinderbetreuung beschäftigt bleiben kann, ist das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Der Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner verweist zum einen auf Vorsorgeuntersuchungen nach der Biostoffverordnung (BioStoffV), nach der Beschäftigte in der Vorschulkinderbetreuung auf ihren Serostatus untersucht werden sollten. Darüber hinaus gilt die Empfehlung, allgemeine und spezielle Hygienemaßnahmen zu beachten und den Kontakt mit den Erregern zu vermeiden. Eine aktive Impfung, wie bei anderen Infektionserkrankungen mit Einverständnis der Betroffenen, durchzuführen, ist derzeit für CMV nicht möglich.
In Deutschland ist im Falle eines fehlenden Nachweises von Antikörpern gegen das Parvovirus B 19 und das Cytomegalovirus ein Tätigkeits- oder Beschäftigungsverbot für schwangere Frauen in der Kleinkinderbetreuung nicht einheitlich geregelt. Dennoch besteht seitens der Länder weitestgehend Einigkeit darüber, dass schwangere Frauen nur dann in der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren tätig sein dürfen, „wenn eine sichere Immunität gegen Erreger besteht, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die werdende Mutter und/oder die Leibesfrucht entweder durch die Erkrankung oder die notwendig werdende Therapie darstellen“  

(nahezu wörtlich aus dem o.g. Link zitiert)

Sinnvoll, weil u.a. auch beruhigend, ist vor oder zu Beginn der Schwangerschaft die Abklärung auf Antikörper auch gegen CMV, also ob die Schwangere schon einmal eine CMV-Infektion durchgemacht hat  und damit Antikörper dagegen hat (normalerweise haben zwischen 50-60%  schon Antikörper ) - oder eben nicht. Dann greifen die Vorsichtsmaßnahmen, die vor allem im ersten der Links geschildert sind. Diese Antikörperbestimmung aus dem Blut wird von den Kassen nicht bezahlt, (wer hätt´s gedacht...), die reinen Laborkosten liegen um die 14.-€.. Diese Laboruntersuchung ist aber genau so wichtig und empfehlenswert wie der Toxoplasmosetest, siehe dort.

 

Links zu CMV (Cytomegalie-Virus):

http://www.icon-cmv.de

http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/cytomegalie-virus-cmv/fragen-und-antworten.html

http://www.roche.de/pharma/indikation/cytomegalie/infektion.html

http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/seite178.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Zytomegalie


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Windpocken (Varizellen)

Beschreibung

Erstinfektionen in der Schwangerschaft sind eher selten, da Windpocken eine typische Kinderkrankheit sind und bis zu 95% der Schwangeren dagegen schon immun sind.
Frühsymptome sind Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit (diese Frühsymptome fehlen meist bei Kindern ). In der akuten Phase kommt es zum juckenden bläschenförmigen Hautausschlag (Sternenkarte), der sich von der behaarten Kopfhaut über das Gesicht auf den Körper, Arme und Beine ausbreitet, auch ein Befall der Schleimhäute des HNO-Bereiches ist möglich.
Etwa 10 Tage nach Beginn des Hautausschlages verkrusten alle Bläschen .                                                                                                                                          

                                                                                                                                                                                                                                                          Windpocken "Sternkartenbild" 

Übertragung Tröpfcheninfektion, außerdem durch Kontakt mit den Hautbläschen eines Erkrankten.
Die Ansteckungsrate ist sehr hoch und auch durch größere Entfernungen ("Wind"pocken) innerhalb eines Gebäudes möglich.
Die Inkubationszeit beträgt 10-21 Tage.
Risiken für
das Kind
Die Infektion in der Frühschwangerschaft kann bei schweren Krankheitsverläufen zu einer Fehlgeburt, später zur Früh- oder Totgeburt führen. Bei Infektion der Mutter vor der 22. Woche beträgt das Risiko des angeborenen Varizellensyndroms ca. 0,4-2%, es können Hautnarben, Extremitätenanomalien, Augen- und Gehirndefekte auftreten. Ab 22.Wochen bis 5 Tage vor Geburt gibt es keine beschriebene Schädigung, hier greift der "Nestschutz".  Sehr gefährlich dagegen ist die frische akute Erkrankung der Mutter im Zeitraum von 5 Tagen vor und bis zu 3Tagen nach der Geburt. In diesem Fall muß in ca. 30% mit schwersten, teilweise tödlichen Komplikationen beim Kind gerechnet werden, weil die Mutter noch keine Antikörper gebildet hat.
Therapie Bei Kontakt einer Schwangeren mit Windpockenerkrankten in der Frühschwangerschaft sollte so rasch wie möglich die Immunitätslage bestimmt werden (Blutentnahme zur Untersuchung auf Varizellen-Antikörper). Besser ist es natürlich, schon vor einer Schwangerschaft oder gleich zu Beginn die Immunitätslage zu überprüfen.
Zeigt sich (die zu 95% erwartete)  Immunität, besteht kein Problem.
Ist die Schwangere jedoch nicht immun gegen Windpocken, sollte innerhalb von maximal 96 Stunden nach Windpockenkontakt ein Windpocken-Hyperimmunglobulin gespritzt werden.
Erkrankt die Schwangere um den Geburtstermin, ist eine Verzögerung der Geburt die beste Maßnahme zur Verhütung schwerverlaufender Neugeboreneninfektionen.
Prophylaxe

Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt  vor einer geplanten Schwangerschaft ihren Windpocken-Antikörperstatus überprüfen lassen, dies ist bei unbekannter Immunitätslage (also nur ohne sicher durchgemachte Windpocken, bitte die Eltern fragen!) eine Kassenleistung.
Bei fehlender Immunität sollte man impfen (auch Kassenleistung).

Links:

 http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_windpocken-besonderheiten-bei-schwangeren_645.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Windpocken

 

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Ringelröteln

Beschreibung Ringelröteln (Parvovirus B 19) sind eine Virusinfektion, die beim Erwachsenen meist nur unspezifische Symptome hervorruft. Häufig sind das Muskel- und Gelenkschmerzen, insbesondere an den Knien oder Hüften, dazu  meist mit unspezifischem oft girlandenförmigem Hautausschlag. Dabei können die Gelenkschmerzen (z.B.Knie, kleine Gelenke) oft  über Wochen und Monate anhalten. In ca. 60% verlaufen die Infektionen beim Erwachsenen symptomlos (!)                                                                                       
 

      Ringelröteln am Arm
Risikogruppen Personen, die beruflich viel mit Kindern beschäftigt sind (z.B. Lehrerinnen, Erzieherinnen, Personal in Arztpraxen (vor allem bei Kinderärzten), Kinderkliniken, Schulküchen, Behinderteneinrichtungen etc.).
Übertragung durch Tröpfcheninfektion. Inkubationszeit ca. 14-18 Tage.
Risiken für
das Kind
Bei der  Infektion der Schwangeren kann es in jedem Schwangerschaftsalter zum Übergang der Viren auf das Kind kommen, die Rate beträgt etwa 30-40%. Die Zeit zwischen mütterlicher Infektion und Auftreten kindlicher Komplikationen liegt zwischen 2 Wochen und 4 Monaten.
Die Infektion kann auch völlig folgenlos verlaufen. Allerdings kommt es bei einer Infektion in den ersten 5 Monaten einer Schwangerschaft etwa in 10 (bis 30)% zur Fehlgeburt/zum intrauterinem Fruchttod.
In etwa 10-25% der Fälle kommt es zur Erkrankung des Kindes: unterschiedlich starke Anämie (Blutarmut) mit Hydrops fetalis, fraglicher Herzschwäche bis hin zum intrauterinen Fruchttod.
Mißbildungen sind bei Ringelröteln nicht zu erwarten.
Therapie Entwickelt das Kind im Mutterleib eine Anämie (Blutarmut), wird meist eine intrauterine Bluttransfusion in die Nabelschnur vorgenommen (technisch etwas aufwendig, aber in Zentren Routine). Wenn das SS-Alter schon so fortgeschritten ist, daß das Baby außerhalb der Gebärmutter überleben kann, wird man vorzeitig entbinden. Das Problem ist die sichere Feststellung einer Anämie, die entweder durch einen beginnenden Ascites (Bauchwasser) im Ultraschall bemerkt werden kann (aber das kann dann möglicherweise schon zu spät sein) oder aber durch eine technisch aufwendige und nicht ganz risikolose Nabelschnur-Blutentnahme.

Prophylaxe

  

Links:

gibt es nicht.
Treten Ringelröteln in einer Einrichtung wie Schule, Kindergarten o.ä. auf, ist eindeutig zu empfehlen, Schwangere ohne Immunität vom Dienst freizustellen oder krankzuschreiben.


http://de.wikipedia.org/wiki/Hydrops_fetalis 

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_ringelr-teln-in-der-schwangerschaft_1048.html

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Herpes simplex

Beschreibung Die Infektionen mit Herpes simplex haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Viren dieser Gruppe können zu immer wiederkehrenden Infektionen führen, da sie im infizierten Organismus bleiben. Von Bedeutung für die Schwangerschaft ist der  Herpes genitalis.
Eine Erstinfektion verläuft nach einer Inkubationszeit von 3-9 Tagen oft symptomlos, es kann aber auch zu Schmerzen, Brennen, Hautrötung, Bläschenbildung, Lymphknotenschwellungen, Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf und Muskelschmerzen kommen.
Wiederkehrende ("rekurrierende") Infektionen rufen meist nur geringe Allgemeinsymptome hervor; es kommt zu bläschenartigen, juckenden, leicht nässenden und meist ziemlich unangenehm brennenden Hautgeschwürchen.
Übertragung vor allem durch Geschlechtsverkehr, begünstigt durch schlechte Abwehrlage (Stress u.a.).
Risiken für
das Kind
Das Hauptproblem liegt bei der genitalen Infektion zur Zeit der Entbindung. 90% des Neugeborenen-Herpes werden während der Geburt durch direkten Kontakt mit Herpesbläschen erworben.
Symptome einer Herpes-Virus-Infektion beim Kind können bereits bei der Geburt, aber auch erst nach 4-6 Wochen auftreten. Die Erkrankung kann Organe (Leber, Gehirn, Lunge, Niere u.a.) befallen, aber auch auf Haut, Augen oder Mund beschränkt bleiben. Es kann zu Atemstörungen, Gehirnentzündung oder Krampfanfällen kommen. Die Gesamtsterblichkeit der so infizierten Kinder beträgt bis zu 60%, bei nur lokaler Infektion ist die Prognose gut.
Therapie Hat eine Schwanger bei Geburtsbeginn oder Blasensprung genitale Herpesläsionen, so sollte ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Bei genitalen Herpesläsionen ab der 36. Schwangerschaftswoche sollte mit Aciclovir behandelt werden.

Prophylaxe

  

Links:

gibt es nicht, keine Impfung vorhanden.

 
http://www.p-e-g.org/archiv_tmp/herpes_management_2003/hoyme.htm

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1060.html

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Hepatitis A

Beschreibung Hepatitis A ist eine virusbedingte Leberentzündung, die meist mit Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen sowie Temperaturerhöhung einhergeht. Eine Gelbsucht kann, muß aber nicht auftreten. Die Erkrankung heilt nach 1-2 Monaten vollständig aus. Nur selten tritt ein verlängerter, schwererer Krankheitsverlauf auf.
Übertragung erfolgt fäkal-oral (verschmutztes Wasser oder Essen) in Gebieten mit schlechter hygienischer oder sanitärer Versorgung.
Risiken für
das Kind
Die Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus hat keinen Einfluß auf den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklung des Kindes. Bei schwerer mütterlicher Erkrankung kann es allerdings zur Frühgeburt kommen.
Prophylaxe Impfung gegen Hepatitis A, besonders bei Reisen in Länder mit schlechter hygienischer Versorgung. Bei ungeimpften Schwangeren wird bei engem Hepatitis-A-Kontakt zum Schutz vor einer Infektion Immunglobulin gegeben.

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Hepatitis B

Beschreibung Die Hepatitis B ist die häufigste Virushepatitis. Symptome sind Abgeschlagenheit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Leberschwellung, dunkler Urin/heller Stuhl, Gelbsucht.
Gefährlich ist die Hepatitis B deshalb, weil sie in 10% der Fälle in eine chronische Verlaufsform mündet, mit einem deutlich erhöhten Risiko für Leberzirrhose und Leberzellkrebs.
Risikogruppen Personen mit beruflicher Exposition zu Blut und Blutprodukten, Beschäftigte im Medizinbereich, Empfänger mehrerer Blutkonserven, Personen mit intravenösem Drogenabusus und deren Sexualpartner, Sexualpartner von Hepatitis-B-Trägern.
Übertragung erfolgt durch Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma, Speichel (also man kann sich schon beim Küssen anstecken !) und Vaginalsekret. Die Hepatitis B gehört auch zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD).
Die Inkubationszeit beträgt 4-25 Wochen.
Risiken für
das Kind
Die Hepatitis B läuft während der Schwangerschaft ohne Schäden beim Kind ab. Die Infektion kann aber bei der Geburt auf das Kind übertragen werden.
  Neugeborene von Hepatits-B-infizierten Müttern werden unmittelbar nach der Geburt geimpft.
Prophylaxe Es gibt eine vorbeugende Impfung gegen Hepatitis B, die heute bei allen Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden sollte. Diese Impfung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bis zum 18.Geburtstag bezahlt, danach nicht mehr (außer "angefangene" Fälle, bei denen vor 18 mit der Impfung begonnen wurde und die noch nicht alle 3 Spritzen bekommen haben).
Gefährdetes Personal (s.o.) muß vom Arbeitgeber geimpft werden.

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HPV-Viren

Beschreibung HPV-Viren sind u.a. die Erreger von Genitalwarzen (Condylomata accuminata).
Verschiedene andere high-risk-Typen können Cervixcarzinome (über die bekannten Vorstufen) hervorrufen, siehe bei Vorsorge.
Übertragung HPV-Viren werden in der Regel sexuell übertragen.
Risiken für
das Kind
Für das Kind besteht das Risiko einer Ansteckung beim Durchtritt durch den Geburtskanal. Es können im späteren Leben gehäuft Larynxpapillome auftreten (virusbedingte Veränderungen des Kehlkopfes).
Therapie Condylomata acuminata (Feigwarzen) müssen auch während der Schwangerschaft behandelt werden. Bei starkem Befall kann ein Kaiserschnitt notwendig werden.
Die HPV-Impfung mit Gardasil  wird bisher nicht während der Schwangerschaft empfohlen (mangels ausreichender Studien), schützt allerdings nur prophylaktisch gegen 9 Virustypen (Typ 16 und 18 und 5 weitere aus der Hochrisikogruppe und Typ 6 und 11, Erreger der Feigwarzen), kann aber eine schon vorhandene Virus-Infektion nicht eliminieren.
Weitere Infos unter "Aktuelles"

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Chlamydien

Beschreibung Chlamydien sind Bakterien, die bei Frauen zur Infektion der Harnblase und der Genitalorgane führen können (Chlamydia trachomatis). Die Symptome können sehr gering sein, es können jedoch auch stärkere Beschwerden auftreten (Ausfluß, Blutungsstörungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Unterbauchschmerzen). Bestimmte Untertypen von Chlamydia trachomatis sind in Tropischen Ländern die Erreger des Trachoms, einer Augeninfektion, die eine der häufigsten Ursachen von Blindheit ist. Heisst: Chlamydien machen eher wenig Beschwerden, aber erhebliche Gewebsdestruktionen. Eine genitale Chlamydieninfektion endet ohne Behandlung oft in einer Verklebung des Eileiters und damit in seinem Verschluss.
Übertragung STD, also in der Regel sexuell übertragen. Es gibt aber auch Chlamydien, die Atemwegsinfekte/Lungenentzündungen hervorrufen (Chlamydia pneumoniae), die eher andere Übertragungswege haben.
Risiken für
das Kind
Durch eine Chlamydieninfektion des Muttermundes kann es zur Fehlgeburt, zum vorzeitigen Blasensprung, zur Entzündung der Eihäute und zur Frühgeburt kommen.
Das Kind kann sich während der Geburt mit Chlamydien infizieren. Dabei kann eine eitrige Bindehautentzündung auftreten, die in eine schwere Augenentzündung übergehen kann. Nach 6-10 Wochen können beim Neugeborenen Lungenentzündungen auftreten.
Therapie Antibiotika, selbstverständlich und gleichzeitig auch beim Sexualpartner.
Prophylaxe Um die Risiken durch eine Chlamydieninfektion frühzeitig ausschalten zu können, wird bei allen Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft eine Untersuchung aus dem Urin auf Chlamydien durchgeführt. Bis Ende 2008 wurde der Abstrich sinnvollerweise vom Muttermund entnommen, dies ist aber leider den vielen unsinnigen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen, jetzt nur noch aus Urin und damit wesentlich weniger treffsicher. Abstriche vom Muttermund direkt sind Igel-Leistung geworden. 
Bei positivem Nachweis von Chlamydien-DNA wird eine antibiotische Therapie durchgeführt.
Grundsätzlich ist die Kontrolle des pH-Wertes in der Scheide wichtig, um Infektionen aller Art frühzeitig erkennen zu können, die meist mit einer Verschiebung des pH-Werts einhergehen.

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B-Streptokokken

Beschreibung B-Streptokokken sind Keime, die relativ häufig in Gebärmutterhalskanal/Scheide vorkommen, ohne Beschwerden zu machen oder eine unmittelbare Gefahr darzustellen, wenn man/frau nicht gerade schwanger ist.
Eine B-Streptokokkeninfektion (auch GBS=Gruppe-B-Streptokokken genannt) des Neugeborenen ist jedoch potentiell hochgefährlich und kann beim Kind innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren Erkrankung bis hin zu einer lebensbedrohenden B-Streptokokken-Sepsis führen.
Im Verlauf der Schwangerschaft sind B-Streptokokken nicht so bedeutend, wie sie klingen. Wenn sie nachgewiesen werden, bedeutet das lediglich, daß man dann unter der Geburt eine Antibiotika-Therapie machen muss, um die Infektion des Kindes zu verhindern. Eine Antibiotika-Therapie während der Schwangerschaft kann die B-Streptokokken meist nicht wirksam eliminieren. Eine Prophylaxe existiert nicht, lediglich die konsequente "Pflege" der Scheidenflora mit Milchsäureprodukten oder Jogurt ist äußerst empfehlenswert.
Sehr sinnvoll ist daher eine Untersuchung des Scheidensekrets auf B-Streptokokken ca. 6-4 Wochen vor dem Geburtstermin, diese Untersuchung ist aber nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten und deshalb eine IGEL-Leistung . Wir bieten in der Praxis einen hochempfindlichen Streptokokkentest zum Ausschluß/Nachweis an.
Risiken B-Streptokokken werden bedeutsam im Falle eines vorzeitigen Blasensprunges oder einer verlängerten Geburtsdauer oder einfach unter der Geburt. In einem solchen Fall können sich diese Bakterien stark vermehren und zu einer Infektion des Kindes führen. Diese kann sich in schweren Krankheitsbildern wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Sepsis (Blutvergiftung) äußern und gelegentlich rasant schnell zu lebensgefährlichen Zuständen eines Neugeborenen führen.
Therapie Bei nachgewiesenem Vorhandensein von B-Streptokokken wird während der Geburt (also auch gleich nach Blasensprung) ein Antibiotikum eingesetzt, während der Schwangerschaft sind sie durch eine antibiotische Behandlung in der Regel nicht zu eliminieren.

Prophylaxe

 

 

 

 

 

 

A-Streptokokken


Beschreibung    

 

 

Therapie

Verhindern kann man die B-Streptokokken-Besiedelung des Muttermunds praktisch nicht. Wichtig ist lediglich zu wissen, ob diese Keime vorhanden sind (dies kann und sollte durch einen speziellen Vaginalabstrich auf B-Streptokokken, der innerhalb der letzten 4-6 Schwangerschaftswochen durchgeführt wird, festgestellt werden, leider keine Kassenleistung, sondern Igel), damit man im positiven Fall die antibiotische Therapie während der Geburt (ab Blasensprung) durchführen kann.
(siehe auch mögliche Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft)
Grundsätzlich ist die Kontrolle des pH-Wertes in der Scheide wichtig, um Infektionen aller Art frühzeitig erkennen zu können, die meist mit einer Verschiebung des pH-Werts einhergehen.

Link:

http://www.mutterpass.de/go/mutterpass/($)/s,showModuleObject3,9_q1klWYtB,cxW0_xC2cVW0_NrLn_
a0blWZ,4Fa0jtW3hxW2nB,8xa0nVX0_JH,nRXYoxF1m_a2uQH-_pWZndnX6VH2jx_Mm5DOoUDM,nB,9VG.xhtml

 

 

 

A-Streptokokken (Streptokokkus pyogenes)

A-Streptokokken-Infekte, die (meist im Kindesalter) z.B. Scharlach und Angina auslösen (aber leider keine Immunität hinterlassen!),  können in einer Schwangerschaft oder nach einer Entbindung eine sehr ernsthafte Gefahr sein und müssen immer behandelt werden! Auch das früher aufgetretene Kindsbettfieber war auf A-Streptokokken zurückzuführen.  

antibiotisch

Weiteres ist den Links zu entnehmen, gottseidank sind Komplikationen hier selten (aber wenn, dann gefährlich).

Links:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/509842/riskant-schwangere-a-streptokokken-hiv-cmv.html

http://www.rund-ums-baby.de/hebamme/Streptokokken-Geburt_69795.htm

http://www.sanego.de/Krankheiten/Streptokokken-Infektion/wiki/index/A-Streptokokken/

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Toxoplasmose

 

 

Beschreibung Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen bakterienähnlichen Mikroorganismus namens Toxoplasma gondii hervorgerufen wird.
Die Toxoplasmoseerkrankung verläuft meist unbemerkt oder mit sehr unspezifischen Symptomen wie Lymphknotenschwellungen und grippeähnlichen Beschwerden. Es gibt keine typische Toxoplasmose-Symptomatik.
Übertragung Hauptwirt der Toxoplasmen ist die Katze. Infizierte und erkrankte Katzen scheiden Eier des Erregers mit dem Kot aus. Diese können dann zum Beispiel durch Wind oder Staub verteilt (Schwangere dürfen bei negativem Toxoplasmosetest keine Katzenkisten leeren, Staub!) und von Menschen und Schlachttieren aufgenommen werden. Im letzteren Fall kommt es zur Bildung von Toxoplasmosezysten im Muskelgewebe der erkrankten Tiere, so daß sich der Mensch über den Verzehr rohen oder nicht durchgegarten Fleisches infizieren kann. Auch der Handkontakt zu rohem Fleisch erfordert danach eine gründliche (!) Handreinigung!
Risiken für
das Kind
Während die Toxoplasmose für den Gesunden normalerweise kein Risiko darstellt und meist folgenlos ausheilt, kann die Krankheit beim Kind schwere Schäden hervorrufen, ganz besonders Schäden des kindlichen Gehirns.
Therapie Bei festgestellter frischer Toxoplasmose-Infektion in der Schwangerschaft wird eine Schwangerschaftsalter-spezifische antibiotische Therapie mit speziellen Mitteln durchgeführt.

Prophylaxe


Link:

  • Schwangere sollten kein rohes Fleisch (z.b. Tartar, Mett, medium-Steaks u.a.) essen und den Kontakt zu Katzenkot und vor allem zum Katzenklo meiden (Staub mit Erregern beim Leeren des Katzenklos. Das Katzenklo sollte von Fremdpersonen geleert und mehrmals pro Woche, am besten täglich auch mit kochendem Wasser ausgewaschen werden zur Keimreduktion).
  • Wenn Sie rohes Fleisch in der Küche bearbeiten/schneiden, waschen Sie bitte danach sorgfältig Ihre Hände, vermeiden Sie Schleimhautkontakt mit ungewaschenen Händen (z.B. Auge reiben, Nasebohren, an die Lippen kommen) 
  • Waschen Sie Früchte und rohes Gemüse vor dem Verzehr sorgfältig
  • Tragen Sie Handschuhe bei Gartenarbeit bzw. reinigen Sie die Hände gründlich nach Garten-, Feld- oder sonstigen Erdarbeiten

    Da die Toxoplasmose meist keine Symptome macht, Sie also in der Regel nicht wissen, ob Sie die Infektion schon durchgemacht haben, kann Ihr Immunstatus nur über Blutuntersuchungen (keine Kassenleistung) erkannt werden (siehe auch mögliche Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft).

     Link:

  • Toxoplasmose in der Schwangerschaft , ziemlich wissenschaftlicher, dennoch gut verständlicher Artikel

 

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Listeriose

 

 

Beschreibung

Listerien sind Bakterien, die bei Infektion der Mutter in der Schwangerschaft über die Plazenta zum Kind übergehen können. Symptome sind meist unspezifisch-grippeähnlich (schlechtes Allgemeinbefinden, Gliederschmerzen, Fieberschübe, Halsschmerzen, Harnwegsinfekt, Durchfälle); nach einer Dauer von 10-14 Tagen kommt es erneut zu einem Fieberschub.
Meines Erachtens eine etwas überbewertete Infektion, da sehr selten. Aber wenn, dann u.U.gravierend.

Übertragung erfolgt überwiegend durch Schmutz- und Schmierinfektion, Nahrungsmittel (Rohmilch, Rohmilchprodukte, rohe Eier, rohes Fleisch), erkrankte Nutz- und Haustiere.
Risiken für
das Kind
Gefährlich ist der Übertritt der Keime auf das Kind über die Plazenta. Es kann zur Totgeburt kommen. Lebende Neugeborene weisen eine hohe Sterblichkeit auf; die überlebenden Kinder weisen häufig Spätschäden auf (geistige Entwicklungsverzögerung).
Therapie Antibiotisch, Beginn sofort bei Erkrankungsverdacht.
Prophylaxe Kein Verzehr von Rohmilch und Rohmilchprodukten, kein rohes Fleisch, keine rohen Eier.

 

 

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Bakterielle Vaginose (Aminvaginose)

 

 

 

Beschreibung Bei der bakteriellen Vaginose (auch Aminvaginose oder Aminkolpitis genannt) handelt es sich um eine Fehlbesiedelung der Scheide mit Keimen, die die normalen Scheidenbakterien verdrängen. Die bakterielle Vaginose ist eine relativ häufige Erscheinung. Symptome sind unangenehm fischig riechender Ausfluß, manchmal auch Wundgefühl oder seltener Juckreiz an den Schamlippen.
Übertragung Die bakterielle Vaginose wird durch Geschlechtsverkehr begünstigt, aber nicht unbedingt verursacht. Trotzdem ist die Partnertherapie unverzichtbar, sonst Ping-Pong-Effekt.
Risiken für
das Kind
Die Bedeutung der bakteriellen Vaginose liegt darin, daß die Frühgeburtlichkeit deutlich erhöht ist. Durch die Fehlbesiedelung der Scheide kann es zum vorzeitigen Blasensprung und zur Infektion der Eihäute kommen (wie eben auch durch andere Scheideninfektionen ).
Therapie Antibiotisch lokal und ggf. auch systemisch (Tabletten). Milchsäure-Scheidenzäpfchen können Rezidiven vorbeugen.
Grundsätzlich ist die Kontrolle des pH-Wertes in der Scheide wichtig, um Infektionen aller Art frühzeitig erkennen zu können, die meist mit einer Verschiebung des pH-Werts einhergehen.

 

 

 

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Trichomonaden

 

 

 

Beschreibung Trichomonaden sind einzellige Parasiten, die sich durch peitschende Schwanzbewegungen fortbewegen (Flagellaten), und die sich in der Scheide einnisten können. Symptome sind dünnflüssiger, übelriechender grünlicher Ausfluß, Wundgefühl, Brennen und gelegentlich Juckreiz an den Schamlippen . Inzwischen eine eher seltene Erkrankung.
Übertragung Die Ansteckung erfolgt vorwiegend durch Sexualkontakte, die Trichomoniasis gehört zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen STD.
Risiken für
das Kind
Geburtshilfliche Komplikationen können vorzeitiger Blasensprung, vorzeitige Wehen und Frühgeburtlichkeit sein. Die Trichomonaden können während der Geburt auf die Scheide von neugeborenen Mädchen übergehen.
Therapie Spezielle antibiotische Therapie, selbstverständlich auch des Partners.
Grundsätzlich ist die Kontrolle des pH-Wertes in der Scheide wichtig, um Infektionen aller Art frühzeitig erkennen zu können, die meist mit einer Verschiebung des pH-Werts einhergehen.

 

 

 

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Pilze (Candida-Infektion, Soor, Vaginalmykose)

 

 

 

Beschreibung Erreger ist in den meisten Fällen Candida albicans. Candidainfektionen der Scheide sind sehr häufig. Symptome sind vor allem Juckreiz, Brennen, vermehrter Ausfluß, Rötung und Schwellung der Schamlippen.
Übertragung Pilze kommen überall vor. Die veränderten Hormonspiegel in der Schwangerschaft erhöhen die Anfälligkeit für Pilzinfektionen, aber auch nach einer antibiotischen Therapie kommen sie sehr häufig vor.

Risiken für
das Kind

 


Therapie:

Während der Schwangerschaft besteht ein nur leicht erhöhtes Frühgeburtsrisiko, allerdings längst nicht so hoch wie bei bakteriellen Infektionen, diese können aber bei einer Pilzerkrankung leichter mit dazukommen. Beim Durchtritt durch den Geburtskanal kann sich das Kind infizieren, Folgen können Mundsoor und/oder eine Windeldermatitis sein. Die Erkrankung ist für das Kind ungefährlich.
Grundsätzlich ist die Kontrolle des pH-Wertes in der Scheide wichtig, um Infektionen aller Art frühzeitig erkennen zu können, die meist mit einer Verschiebung des pH-Werts einhergehen. Allerdings gerade bei einer Pilzinfektion ist der pH-Wert oft noch völlig normal.


mit den üblichen Pilzmitteln wie Clotrimazol, im ersten Drittel der Schwangerschaft mit Nystatin, alles lokal. Pilzmittel zum Schlucken (ausser Nystatin) sind in aller Regel in der Schwangerschaft verboten!!!  Partnertherapie obligat.

 

 

 

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Syphilis (Lues)

 

 

 

Beschreibung Die Syphilis (Lues)  ist eine heute etwas seltener gewordene Geschlechtskrankheit, hervorgerufen durch den Erreger Treponema pallidum. Seit der Öffnung des Ostens und dem zunehmenden Sextourismus in den fernen Osten ist aber wieder eine Zunahme zu verzeichnen.

Übertragung

Links

durch alle Arten von Geschlechtsverkehr (auch oral und anal)

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/S/Syphilis/Syphilis.html

http://www.medizinfo.de/hautundhaar/sex/syphilis.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Syphilis

Risiken für
das Kind
Treponema pallidum kann ab dem 5. Schwangerschaftsmonat über die Plazenta zum Kind übergehen. Dies kann zum Tod des Kindes oder zu schweren Schädigungen führen.
Therapie Im Falle der mütterlichen Infektion wird antibiotisch behandelt. Bei allen Frauen wird routinemäßig in der Frühschwangerschaft ein Syphilis-Test im Blut vorgenommen. Syphilis ist meldepflichtig, eine Therapie des Sexualpartners obligat.

 

 

 

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Gonorrhoe (Tripper)

 

 

 

Beschreibung Die Gonorrhoe (Tripper), hervorgerufen durch das Bakterium  Neisseria gonorrhoeae, ist die vierthäufigste sexuell übertragbare Erkrankung.
Übertragung erfolgt überwiegend durch Geschlechtsverkehr, allerdings ist auch eine Schmierinfektion bei Mädchen durch den Gebrauch von Hygieneartikeln möglich (gemeinsame Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche).
Risiken für
das Kind
Das häufigste Zeichen einer angeborenen Gonorrhoe-Infektion des Neugeborenen ist eine schwere eitrige Augenentzündung, die zur Erblindung führen kann. Weitere mögliche Symptome beim Neugeborenen sind Abszesse, außerdem möglich: Meningitis, Arthritis, Endokarditis
Therapie Antibiotika bei allen Beteiligten
Prophylaxe Credé-sche-Augenprophylaxe  mit Silbernitrat war vor der antibiotischen Ära das Mittel zur Verhinderung der Augenentzündung, heutzutage aber eher nicht mehr in Anwendung, da veraltet.

 

 

 

    ZIKA-Virus

    Beschreibung         Zika-Viren gehören zu den Flaviviren, deren Verwandte z.B. Dengue-Fieber verursachen. Kommen hauptsächlich (bisher zumindest) in Süd- und Mittelamerika vor, wurden aber
                                  inzwischen auch in USA und Europa gefunden. Im Zug der Reiselust der Menschen ist mit weiterer Ausbreitung zu rechnen.

 
    Übertragung          Zika wird vorwiegend durch Aedes-Mücken (z.B. Tigermücke) übertragen, aber auch Übertragung durch Sex und Blutkonserven sind möglich und belegt. 


   
    Risiken für             Vor allem Mikrozephalie, also eine Fehlbildung des Schädels, die zu Gehirnfehlbildungen mit schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen und Ausfällen führt.  Diese Gefahr besteht
    das Kind                vor allem bei Schwangeren, die in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten infiziert wurden. Bei Schwangeren im letzten Drittel ist die Gefahr deutlich geringer. Kindern mit einer   
                                  Mikrozephalie droht eine lebenslange geistige und evtl. körperliche Behinderung.


    Therapie               eine Therapie existiert momentan nicht, genau so wenig eine Impfung.


    Prophylaxe            Die einzige Prophylaxe ist, daß Schwangere (und auch Frauen, die es werden könnten) konsequent Reisen in Risikogebiete wie z.B. Süd- und Mittelamerika meiden.
                                 Und natürlich ist ebenso strenger und konsequenter Mückenschutz angesagt, wenn sich eine Reise nicht vermeiden lässt.

 Lesen Sie hierzu die Seiten des RKI und andere Links:

  https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Zikavirus/Zikavirus-Infektionen.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Zika-Virus

http://www.familie.de/gesundheit/zika-virus-gefahr-schwangerschaft-988732.html

 

 

                                   

 

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http://www.saling-institut.de/index.html hier finden Sie Informationen zur pH-Messung ("Säurewert") in der Scheidenflüssigkeit, mit der man Infektionen frühzeitig erkennen kann und rechtzeitig behandeln, um Frühgeburten zu vermeiden. Sinnvoll ist der Einsatz eines speziellen Untersuchungshandschuhs zur Selbstüberprüfung zuhause (1-2 mal/Woche): CARE-PLAN pH-Handschuh. Der ist aber leider momentan nicht lieferbar.
Allerdings habe ich selbst die pH-Messung in der Scheidenflüssigkeit schon seit meiner Praxiseröffnung bereits bei allen Schwangeren routinemäßig durchgeführt, lange vor den Veröffentlichungen von Prof.Saling, selbstverständlich wird das heute noch genauso bei jeder Schwangerenuntersuchung gehandhabt.

 


Hier finden Sie Informationen über Medikamente vor und in der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit:

Institut für Reproduktionstoxikologie, Dr. med. Wolfgang Paulus,  
St.Elisabeth-Stiftung
Elisabethenstrasse 17
88212 Ravensburg 
Tel.0751-87-2799
Fax: 0751-87-2798
email Dr.Paulus: paulus@reprotox.de 
internet : http://www.reprotox.de

und das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum der Charité-Universitätsmedizin Berlin
www.embryotox.de
Tel. 030-450-525700

 

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