Praxis Dr. Thomas Uebele und Dr. Birgit Stadler angestellte Frauenärztin
Frauenärzte
Reisen in der Schwangerschaft

Reisen in der Schwangerschaft

Die "beste" Reisezeit in der Schwangerschaft liegt irgendwo zwischen der 10. und der 33./34. Schwangerschaftswoche.
Längeres Sitzen am Stück (Auto, Flugzeug) sollte wegen der erhöhten Thrombosegefahr vor allem im fortgeschrittenen Schwangerschaftsalter eher vermieden werden, zumindest aber sind häufigere Pausen und Herumlaufen  angesagt etc. (siehe auch ganz unten).
Aber insgesamt sind Reisen natürlich kein grundsätzliches Problem .                                  
Fernreisen in tropische oder subtropische Länder sind wegen ungewohnter klimatischer Verhältnisse, evtl. ungünstiger hygienischer Bedingungen und evtl. erforderlicher Schutzimpfungen sowie langer Flugdauer nicht dringend empfehlenswert, eine Reise in  Malariagebiete überhaupt nicht.

Höhere Regionen
Wenn Sie gerne Skifahren gehen, ist das zwar auch erlaubt, Sie sollten aber Höhen über ca. 2000 m. wegen des geringeren Sauerstoffdrucks vermeiden (diese Grenze gilt natürlich auch im Sommer beim Bergwandern) und etwa 2 Monate vor dem Geburtstermin überhaupt nicht mehr Skifahren. Grundsätzlich gilt auch hier, wie bei allen Sportarten: Alles in Maßen und dem gesunden Menschenverstand folgend, denken Sie einfach immer daran, daß Sie gerade zu zweit sind und Sie die Verantwortung für das Baby tragen! 

Flugreisen :
Für gesunde Schwangere bestehen keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen Kurz- oder Mittelstreckenflug sowohl in der Früh- als auch in der späteren Schwangerschaft. Häufiger fliegende Personen bekommen natürlich eine sich summierende Dosis von Höhenstrahlung ab, dieses Risiko betrifft aber eigentlich nur fliegendes Personal und echte Vielflieger. Die frühere Swissair hatte einst angeblich eine geniale Regelung: Schwangere Stewardessen durften nur solange fliegen, wie die Dienstkleidung passte... 
Der empfindlichste Zeitraum für eine strahlenbedingte Fehlbildung ist die Zeit vom Ausbleiben der Periode bis zum 50. Tag nach der Befruchtung. Selbst ein Transkontinentalflug übersteigt zumeist die 0,1 mSv-Strahlenbelastung nicht, so daß hier die Wahrscheinlichkeit einer fetalen Schädigung eher zu vernachlässigen ist.  
Laut Reglement der meisten Fluggesellschaften sollten Frauen ab der 35. SSW nicht mehr fliegen (Gefahr der Frühgeburt) bzw. sie benötigen ein ärztliches Attest (das zwar vielleicht auf dem Papier steht, Ihnen aber auch keinerlei Garantie geben kann).

Allen Schwangeren ist bei Flügen wegen der erhöhten Thrombosegefahr das Tragen von Kompressionsstrümpfen zu empfehlen, außerdem bewährt sich auch eine prophylaktische Gabe von 100 mg Aspirin/Tag (aber nur bis ca. 6 Wochen vor Geburtstermin, danach nicht mehr!), bei längeren Flügen oder bei erhöhtem Risiko sogar das Spritzen des thrombosehemmenden Medikaments Heparin!!
Bitte sprechen Sie mich in der Praxis möglichst bald auf geplante Flugreisen oder andere möglicherweise "kompliziertere" Reisen an.