Praxis Dr. Thomas Uebele und Dr. Birgit Stadler angestellte Frauenärztin
Frauenärzte
  •  Häufige Schwangerschaftsbeschwerden und Tips

 

Übelkeit/morgendliches Erbrechen:
Etwa 70 - 80% aller Schwangeren leiden in der Frühschwangerschaft unter Übelkeit, oft morgens. Manchmal kommt es auch zum Erbrechen. Bei häufigerem Erbrechen (
Hyperemesis) von mehr als 2 - 3x täglich droht schnell eine Stoffwechselentgleisung, die oft eine stationäre Infusionsbehandlung in der Klinik erfordert.

Tips gegen Übelkeit :

  • Nehmen sie über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten und Portionen zu sich, große und schwere Mahlzeiten belasten den Magen unnötig.
  • Morgengymnastik im Bett wie kreisende Beinbewegungen, situps u.ä. regen den Kreislauf an und helfen so gegen Übelkeit.
  • Ein kleines Frühstück noch im Bett ist manchmal auch gut, ideal sind z.B. Zwieback, Jogurt, Apfel. 
  • Es gibt sehr gute homöopathische Medikamente, die die Beschwerden lindern, und wenn das nicht ausreicht, auch schulmedizinische Mittel, die dem Baby nicht schaden.
  • "sea-bands" helfen, den Haupt-Akupunkturpunkt gegen Erbrechen/Übelkeit in der Nähe des Handgelenks per Akupressur anzuregen.
  • Akupunktur hilft fast immer sehr gut, muss aber in den akuten Zeiten möglichst  täglich angewendet werden (und wird von den gesetzl. Kassen nicht bezahlt.)
  • auch schulmedizinische lang erprobte Arznei hilft gut und ist manchmal sogar unvermeidlich.
  • ein sehr bewährtes (schulmedizinisches) Präparat namens Postadoxin (Wirkstoff: Meclozin) wird leider in Deutschland nicht mehr vertrieben, kann aber problemlos im Internet unter dem Namen Agyrax bestellt werden. Schäden beim Fetus sind nicht zu erwarten.

Sodbrennen
Meist in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, gelegentlich auch früher, haben viele Frauen Sodbrennen, vor allem nach reichlichen Mahlzeiten. Meist ist dies keine echte Übersäuerung, sondern ein Zurückfließen des sauren Magensafts in die Speiseröhre (Reflux) durch den schwangerschaftsbedingt schlafferen oberen Magenschließmuskel,  außerdem wird natürlich mit wachsendem Kind der Magen immer mehr nach oben verdrängt und hat nur noch wenig Platz für sich und seinen Inhalt.

Tips gegen Sodbrennen:

  • Schlafen Sie mit etwas erhöhtem Oberkörper, stellen Sie evtl. Ihr Bett etwas höher für den Oberkörper (wenn Sie keine gleichzeitigen Ödeme haben) 
  • Essen Sie öfter und dafür ziemlich kleine Portionen!
  • Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten Tee oder in Wasser gelöste Heilerde
  • wenn dies nicht ausreicht, dann müssen Sie ein säure-neutralisierendes Medikament (Antacidum) nehmen, bevor sich die Speiseröhre entzündet. Völlig problemlos sind Mittel wie Rennie oder Gaviscon, die das gute alte Natron enthalten.  Auf die Dauer problematischer sind Mittel, die Aluminium enthalten, das sind die meisten gängigen Mittel. Notfalls hilft auch ein Säureblocker, allerdings sollte hier in jedem Fall ärztlicher Rat hinzugezogen werden.


Wadenkrämpfe
In der Schwangerschaft treten oft (meist nächtliche) ziemlich unangenehme und schmerzhafte Wadenkrämpfe auf, die man aber relativ sicher durch ausreichend hohe Dosen Magnesium (nicht unbedingt aus dem Supermarkt, da meist zu niedrig dosiert) wieder wegbekommt, außerdem ist ausreichend Gehen/Laufen/Sport etc. sinnvoll, um den Muskelstoffwechsel zu verbessern.
Ausserdem ist es von enormer Wichtigkeit, einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel zu haben. Das allerdings ist selten der Fall, sehr viele Menschen haben einen deutlichen Vitamin-D-Mangel. Vitamin D steuert aber unter vielem anderen auch den Calcium-Stoffwechsel, hier kann ein Mangel ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen. Also lassen Sie bitte Ihren Vitamin D3-Spiegel überprüfen (leider mal wieder keine Kassenleistung...).

Verstopfung
Darmträgheit in der Schwangerschaft ist häufig. Die hohen Hormonspiegel führen zu einer "Erschlaffung" der Darmwand, was zu einer verlangsamten Darmpassage führt. Dabei wird dem Darminhalt vermehrt Wasser entzogen; es kommt schneller zur Verstopfung. Außerdem ist sehr häufig auch noch eine falsche Ernährung mit viel zu geringer Flüssigkeitsaufnahme/Ballaststoffaufnahme mit beteiligt.

Tips gegen Verstopfung:             

  • ernähren Sie sich ballaststoffreich (Vollkornprodukte, Rohkost, Weizenkleie, Dörrpflaumen, Flohsamenschalen -Produkte, Leinsamen). Aber Ballaststoffe können nur dann quellen und wirken, wenn sie genügend Flüssigkeit haben!    Deshalb: 
  • trinken Sie viel (Minimum ab 16.Woche 3 ltr./Tag, eher mehr, vor allem im Sommer!)  Ihr Blut muß dünnflüssig genug sein, um die Kapillargefäße in der Placenta gut zu perfundieren, davon hängt die ganze Ernährung und die Sauerstoffzufuhr des Babys ab!
  • körperliche Bewegung ist wichtig
  • Sie brauchen keine Abführmittel !!!

Kurzatmigkeit
Manchmal geht Schwangeren schon in der ersten Schwangerschaftshälfte bei leichteren Anstrengungen "die Luft aus", dies ist u.a. auch ein Zeichen der Hormonumstellung. Später kommt noch die zunehmende Einengung durch die nach oben wachsende und drückende Gebärmutter dazu, die manche Tätigkeiten eher unangenehm macht.

Tips gegen Kurzatmigkeit : 

  • Machen Sie einfach langsam und ausserdem öfter mal Pause (aber ohne Coke...).
  • Tragen Sie keine schweren Lasten (ist in der Schwangerschaft eh nicht so gut), versuchen Sie die Wasserkästen, Einkaufstüten und Co. an  Partner / Familie  zu delegieren. 
  • Gehen Sie in die Hocke, anstatt sich zu bücken, damit Ihr Brustkorb nicht noch stärker eingeengt wird.
  • Natürlich sind die Sportlichen mit einer  guten Kondition weniger betroffen, also: ein bisschen sportlicher Ehrgeiz und Training (in Maßen) schadet niemand!

Rückenschmerzen
Die meisten Schwangeren klagen irgendwann über Rückenschmerzen, vor allem gegen Ende der Schwangerschaft. Das kommt von einer allgemeinen Auflockerung aller Gelenke durch die Schwangerschaftshormone. Letztlich soll sich nur das Becken besser dehnen können für die Geburt, aber das wissen die anderen Gelenke anscheinend nicht. Ausserdem zieht später die immer schwerere Gebärmutter den Bauch und damit den Rücken nach vorn (Lordose).

Tips gegen Rückenschmerzen :

  • gehen Sie öfter schwimmen
  • wenn Sie beruflich viel sitzen müssen, benutzen Sie einen Stuhl mit guter Rückenabstützung
  • stehen Sie oft auf und laufen Sie herum, um sich aufzulockern
  • hängen Sie sich öfter mal mit den Händen am Türrahmen oben hin und lassen das Kreuz durchbaumeln, leicht "schütteln"
  • verwenden Sie evtl. einen Sitzkeil 
  • legen sie sich öfter mal hin und ruhen entspannt  (geht leider nicht immer...)
  • Akupunktur hilft meistens sehr gut (IGEL-Leistung)
  • Osteopathie kann eine gute Lösung sein
  • Krankengymnastik bei einem erfahrenen Physiotherapeuten ebenso

Beinschwellungen, Krampfadern, Haemorrhoiden
Oft treten Spannungs- und Schweregefühl in den Beinen, Kribbeln und Wadenkrämpfe, geschwollene Beine/Füße und Krampfadern auf, oft auch Haemorrhoiden.
Ursache ist, daß in der Schwangerschaft das gesamte Blut- und Flüssigkeitsvolumen zunimmt, davon sind ca. 85% im venösen System. Die Venen sind aufgrund der hormonellen Veränderungen sowieso schon weiter gestellt als sonst. Dadurch schließen die Venenklappen nicht mehr so gut und der Abfluß des Blutes ist schlechter. Es kommt öfter zu einem Rückstau und dadurch zu einem erhöhten Druck u.a. in den Beinvenen (aber gelegentlich auch in Haemorrhoidalvenen): Krampfadern entstehen (im Fall der Haemorrhoidalvenen dann evtl. manifeste Haemorrhoiden) vor allem dann, wenn Ihr Bindegewebe aus genetischen Gründen sowieso "schlaff" ist und zudem der Blutabfluss auch noch durch die große und schwere Gebärmutter behindert ist.

Tips gegen Beinbeschwerden/Haemorrhoiden :

  • Vermeiden Sie langes Stehen, machen sie wenigstens häufiger Beinbewegungen ("Venenpumpe") 
  • Wenn Sie lange sitzen müssen, legen Sie die Beine hoch, stehen Sie immer wieder auf und laufen herum, am besten ein paar Treppen, oder Sie tun so, als ob Sie Treppensteigen (Venenpumpe !)
  • Übereinander geschlagene Beine stauen viel besser... 
  • Gehen/Laufen beugt der Entstehung von Krampfadern vor (auch schon vor einer Schwangerschaft !). Auch Wandern, Schwimmen und Radfahren sind kein wirklicher Fehler.
  • Bei zunehmenden oder vorhandenen stärkeren Krampfadern sollten Sie Kompressionsstrümpfe tragen, die Sie morgens im Bett liegend anziehen und konsequent tagsüber tragen sollten, was verständlicherweise im Sommer nur vermindert Vergnügen bereitet, aber gerade da unersetzbar ist.
  • Wechselbäder und Massagen mit einem Sisal-Massagehandschuh an Füßen und Unterschenkeln fördern die Durchblutung und lindern die Beschwerden. 
  • Harter Stuhlgang/zu geringe Trinkmenge/Pressen beim Stuhlgang sind häufig Hauptursache von Haemorrhoiden !!! (siehe: Verstopfung (weiter oben)).
  • Fetten Sie den Darmausgang regelmäßig  mit Vaseline oder Deumavan ein, um ein gutes Gleiten zu ermöglichen.
  • Wenn sich mal eine Haemorrhoide nach außen drückt, schieben Sie sie nach dem Stuhlgang wieder nach innen (Reposition). Sonst droht Stauung und Haemorrhoidenthrombose (tut weh)

Schlafstörungen
Viele Schwangere können gegen Ende der Schwangerschaft schlecht ein- oder durchschlafen, haben Rückenschmerzen und/oder Wadenkrämpfe, manchmal schon Vorwehen, der dicke Bauch läßt bequeme Schlafpositionen nicht mehr zu, also es kommt halt so alles zusammen und es ist bloß noch anstrengend, und außerdem will man endlich mal dieses unbekannte Wesen da drin sehen und kennenlernen, und man hofft nur noch, daß es endlich bald vorbei ist...

Tips gegen Schlafstörungen :

  • Trinken Sie ab nachmittags keinen Kaffee oder Schwarz-/Grüntee mehr
  • machen Sie abends besser einen Spaziergang, anstatt den Abend vor dem Fernseher zu verbringen (obwohl der ja gelegentlich das beste Schlafmittel überhaupt ist...). 
  • Lesen Sie lieber ein gutes (nicht zu spannendes!) Buch oder etwas ähnliches, anstatt einen spannenden und/oder aufregenden Film anzusehen, der einem danach nicht gleich aus dem Kopf geht. 
  • Manchmal ist auch ein gutes Gespräch mit dem Partner oder Freunden Seelenbalsam (manchmal vielleicht auch nicht...). 
  • Machen Sie im Bett Entspannungsübungen. Auch nach gutem Sex kann man häufig gut schlafen! 
  • Schlaffördernd sind auch Tees oder Arzneimittel mit Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse.
  • Essen Sie abends nur Leichtes, keine große, schwer verdaulichen oder üppigen Mahlzeiten. 
  • z.B. Lavendelspray aufs Kopfkissen hilft auch beim Einschlafen, ebenso reines Lavendelöl auf Nacken, Schläfen/Stirn, Hals, Brust/Solarplexus.

 

               

  

               



Embryo 3D-Darstellung 7.-8.Woche

3D-Fetus 11.Woche

Fetus mit Nabelschnur 26.Woche