Praxis Dr. Thomas Uebele und Dr. Birgit Stadler angestellte Frauenärztin
Frauenärzte
Vor einer geplanten Schwangerschaft

Tips vor einer geplanten Schwangerschaft

Schön, wenn Sie sich entschlossen haben, ein Kind zu bekommen !

Grundsätzlich gilt:
Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, sondern ein vorübergehender Zustand (allerdings mit bleibenden Folgen...;-), der etwas mehr Aufmerksamkeit und einige wenige Vorsichtsmaßnahmen mehr erfordert als sonst. 
Wenn vorbestehende Risiken vorhanden sind, kann man schon von vornherein handeln und dadurch mehr Sicherheit herstellen.

Darum: Beraten Sie sich vor einer geplanten Schwangerschaft mit Ihrem Frauenarzt! 

Terminberechnungen für Ihren Geburtstermin sind ganz einfach mit dem auf dieser Homepage installierten Geburtsrechner, ganz links in der Navigation.
Aber genauso einfach hat es der Herr Nägele im Kopf vorgerechnet (ein Schwabe natürlich;-)) : 1.Tag der letzten Regel + 7 Tage, minus 3 Monate = Geburtstermin (bezogen auf einen 4-wöchigen Zyklus. Sehr einfach!) Das ist die Nägele`sche Regel.

Risiken erkennen:

  • Mit einfachen Blutuntersuchungen kann man feststellen, ob Sie genügend Antikörper gegen bestimmte Infektionskrankheiten haben. Mit am wichtigsten war der
    Röteln-Test,  da eine Rötelnerkrankung vor allem in der Frühschwangerschaft möglicherweise ziemlich schlimme Folgen für das Baby haben kann.
    Aber in verantwortungsvollen Frauenarztpraxen wurde der Rötelntest schon viel früher, meist schon beim Erstbesuch als Jugendliche gemacht, um lange vor einer möglichen Schwangerschaft auch eine Röteln-Impfung machen zu können, falls keine Antikörper vorhanden sind.
    Nach den neuesten Beschlüssen des GBA (Gemeinsamer Bundessausschuss) wird aber kein Rötelntest mehr gemacht, sondern man geht davon aus, dass nach 2-maliger Impfung eine Immunität besteht. Aber eben erst nach 2x. Also wird erst mal ein zweitesmal geimpft... Wer sich solchen Unsinn ausgedacht hat...?  Wenn allerdings die Immunitätslage unklar ist oder niemand was genaues von den Impfungen weiss, kann man den Test trotzdem machen. Leider gibt es seit geraumer Zeit auch keine alleinige Röteln-Impfung mehr, sondern ausschließlich in Kombination Masern-Mumps-Röteln (MMR). Auch so ein Unsinn.

    Außerdem ist es sinnvoll, auch schon vor einer Befruchtung, (spätestens aber in der Frühschwangerschaft) den Toxoplasmose-Titer zu bestimmen, aber das wird von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt, ebensowenig wie der Cytomegalie-Titer (außer wenn der Verdacht auf die entsprechende Infektion vorliegt). Allerdings sind vorsorgliche Impfungen hiergegen nicht möglich, aber im Krankheitsfall eine Therapie, auch wenn sie wie bei Cytomegalie "off label" ist, also nicht nach der offiziellen Gebrauchsanweisung und deshalb oft nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet wird. Beides sind Erkrankungen, deren Verlauf oft milde ist oder gar nicht bemerkt wird, beide Erkrankungen können aber für das Kind zu schwerwiegenden Folgen führen. Eine in der Schwangerschaft neu auftretende Cytomegalie-Infektion (CMV) kann z.B. erhebliche Hirnschäden beim Fetus verursachen.
    Ebenso ist es wichtig, über den Immunstatus der Varizellen (Windpocken) Bescheid zu wissen, denn eine Varizellenerkrankung in der Schwangerschaft kann sehr ernste Folgen für das Baby haben. Wenn Sie schon Windpocken hatten (fragen Sie bitte auf jeden Fall Ihre Eltern, aber meist wissen eh bloß die Mütter wirklich Bescheid...), dann kann man auf einen Antikörpertest verzichten, wenn aber eine Windpockenerkrankung nicht bekannt ist oder nicht stattgefunden hat, sollte der Immunstatus mittels Blutuntersuchung überprüft werden (IGEL-Leistung), oder man impft einfach "blind" (Kassenleistung). Aber auch da muss man erst mal schauen, ob das nur eine Kinderimpfung mit Altersbegrenzung ist, das ändert sich immer wieder.

    Am besten bringen Sie Ihren Impfpaß mit. Es ist auf alle Fälle sinnvoll, vor einer geplanten Schwangerschaft den Impfschutz u.a. auch hinsichtlich Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hepatitis u.a. (und Röteln) nachzusehen und ggf. aufzufrischen. So geben Sie Ihrem Baby einen "Nestschutz", denn die Abwehrstoffe gehen über den Mutterkuchen (und meist auch noch mit der Muttermilch) zum Kind über und schützen es so in seinen ersten Lebenswochen/-Monaten vor diesen Erkrankungen - bis es auch selbst geimpft werden kann.

    Wenn Sie vorbestehende Erkrankungen haben (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, Epilepsie, Erkrankungen von Herz, Leber oder Nieren, Thrombosen oder andere Gefäßprobleme u.a.), müssen Sie dies in jedem Fall mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Möglicherweise müssen dannn schon vor dem Eintritt einer Schwangerschaft die Medikamente umgestellt werden (insbesondere bei Frauen mit Thrombosetherapie und bei Epilepsie), um Missbildungsgefahren zu vermeiden oder wenigstens zu verringern, oft ist dazu auch noch die Konsultation anderer Fachärzte nötig, und das alles dauert halt auch seine Zeit.

    Spezielle Infos zu Medikamenten vor/in/nach Schwangerschaft ganz unten letzter Link "reprotox"

Schlechte Angewohnheiten/Süchte/Lüste?

  • Hören Sie bitte auf zu rauchen! Und zwar ganz und sofort!  Weiteres hier:
    Es ist übrigens klar bewiesen, daß Rauchen auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, nicht nur bei der Frau, wo man eindeutig eine ganz erhebliche Minderdurchblutung der Eierstöcke bei Raucherinnen nachweisen kann, auch rauchende Männer produzieren deutlich weniger und schlechtere Spermien, die vor allem auch noch wesentlich schlechter beweglich sind ("Raucher"bein""?) ;-).
    Und wenn jemand sagt, in einer Schwangerschaft dürfe man das Rauchen nur langsam und allmählich aufhören, um einen "Entzug" zu vermeiden: Bullshit!!!
  • verzichten Sie komplett ganz und gar auf Alkohol ! Weiteres hier:
  • Schokosüchtig? Kuchen? Süßes? Besser nicht mehr, jetzt ist wirklich und dann auch für 2 (Sie und das Baby, oder 3, wenn der Partner mitmacht) gesunde und vernünftige Ernährung angesagt.
    Eine Schwangere braucht aber nicht für zwei zu essen !!! (rein kalorien- und mengenmäßig)!    siehe auch weiter unten...
    

Nehmen Sie ausreichend Folsäure ---  mindestens 6-8 Wochen vor der geplanten Befruchtung

  •  Folsäure ist ein Stoff aus der Reihe der B-Vitamine, der vom menschlichen Körper nicht selbst fabriziert werden kann. Folsäure muß daher in ausreichender Menge mit der täglichen Nahrung zugeführt werden.
    In den Nahrungsmitteln ist Folsäure  vor allem in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Weizenkeimen, Milch und Käse enthalten, aber meistens halt doch nicht genug .
    In der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf zusätzlich erhöht und kann durch die Nahrung nicht ausreichend gedeckt werden. Deshalb ist es wichtig, schon vor Schwangerschaftsbeginn zusätzlich Folsäure zur normalen Ernährung zu sich zu nehmen, um die Folsäuredepots schon vor Schwangerschaftsbeginn aufzufüllen. Am besten eignen sich Tabletten, die Folsäure und 5-MTHF (5-Methyltetrahydofolat) in ca. gleichen Teilen enthalten, da ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Frauen (bis 50%!) die Folsäure nur unvollständig in die im Körper wirksame 5-MTHF-Form umwandeln können.
    Eine ausreichende Folsäureversorgung ist besonders wichtig für die ganz frühen Phasen der Schwangerschaft, in denen Folsäure für die Bildung aller Organ- und Körperstrukturen notwendig ist.
    Genau weiß man das beim Verschluß der Wirbelsäule ("Neuralrohr"). Eine Fehlbildung beim Verschluß ("Spina bifida" oder "offener Rücken", siehe Foto unten) kommt etwa bei 1,5 pro 1000 Schwangerschaften vor (etwa 800 Kinder kommen mit offenem Rücken pro Jahr in Deutschland zur Welt, hinzu kommen ca. 400-600 Schwangerschaftsunterbrechungen pro Jahr bei frühzeitiger (Ultraschall-) Diagnose. Allerdings hoffe ich, daß diese älteren Zahlen bald durch bessere ersetzt werden, da die Folsäuretherapie inzwischen schon lange empfohlen wird.).
    Studien haben eindeutig ergeben, daß sich die Häufigkeit von offenem Rücken (Neuralrohrdefekt) durch ausreichendes Vorhandensein von Folsäure ganz wesentlich reduzieren läßt. Ausserdem werden auch Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Herzfehler, Anomalien der ableitenden Harnwege seltener bei rechtzeitiger und ausreichender Folatzufuhr vor der Schwangerschaft. Und ausreichende Folsäurespiegel reduzieren auch noch andere Schwangerschaftskomplikationen wie Fehl- und Frühgeburt, Plazentaablösungen und niedriges Geburtsgewicht. 
    Es ist daher absolut wichtig, vor einer geplanten Schwangerschaft Folsäure-Tabletten einzunehmen!
    Vielleicht ist das untenstehende Bild ein kleines Zusatzargument für Sie. Lähmungen der unteren Körperfunktionen sind hier in ausgeprägter Form (wie Blasen- und Darmlähmung, ggf. Beine gelähmt und anderes mehr) zu erwarten . Also nicht wirklich erstrebenswert.
    Die offiziell bisher empfohlene Dosis ( 0,4 mg täglich mindestens 6-8 Wochen vor der Empfängnis) war allerdings der Minimalkonsens, an dessen offizieller Änderung gerade gearbeitet wird mit mindestens einer Verdopplung der Menge auf  0,8 mg = 800µg, ein noch besserer Schutz vor Neuralrohrdefekten lässt sich mit einer etwas höheren Dosis von z.B. 0,8 -1,25 mg/Tag erreichen (wie ich es seit Jahren empfehle durch Viertelung einer 5 mg-Tablette), bei Einnahme bestimmter Medikamente wie z.B. Antiepileptika oder bestimmten Psychopharmaka ebenso wie bei bestimmten Genmutationen im Folsäurestoffwechsel muß die Dosis auf 5 (-10) mg erhöht werden.

    ausgeprägte Spina bifida ("offener Rücken")

 
Zähne?

  • Wenn Sie einen Zahnarztbesuch bisher noch vor sich hergeschoben haben: jetzt ist es Zeit, selbst auch ohne Beschwerden. Auch für die regelmässige professionelle Zahnreinigung.
    Erzählen Sie Ihrem Zahnarzt vom Kinderwunsch, er wird Ihnen nützliche Tips geben können.
    Größere Zahneingriffe sollten Sie vor der Schwangerschaft machen lassen, denn Röntgenuntersuchungen der Zähne sollten in der Schwangerschaft nicht unbedingt sein (sind aber bei adäquatem Strahlenschutz kein wirkliches Problem!), örtliche Betäubungsspritzen sind aber problemlos möglich, aber dann möglichst ohne Adrenalin-Zusatz .
  • Man weiss inzwischen einigermaßen sicher (manche Experten streiten sich noch), dass auch Entzündungen der Zähne und Zahnfleisch ("Parodontose/-itis") (auch chronische und versteckte) als Streuherde für Bakterien wirken können und dadurch sowohl Fehlgeburten wie vor allem Frühgeburten durch Infektion auslösen können. Deshalb ist neben einer strikten Zahn- und Zahnfleisch-Hygiene (am besten auch mit Jet-Spülung, gibts in jedem Elektronikmarkt zu kaufen) auch ein Besuch beim Zahnarzt und regelmässige professionelle Zahnreinigung ein absolutes Muss für eine Schwangerschaft.
    Manche Krankenkassen bieten daher auch eine kostenlose Zahnreinigung im Rahmen spezieller Zusatzvereinbarungen ("dent-IV") bei teilnehmenden Zahnärzten an, aber das sind leider bisher nur wenige Kassen und auch nicht so viele Zahnärzte.

  

Erkrankungen in der Familie? Alter über 35? 

Lassen Sie sich humangenetisch beraten, wenn Sie

  • über 35 Jahre sind (oder so etwa in dieser Preisklasse)
  • bereits 2 oder mehr Fehlgeburten hatten
  • vererbbare oder völlig unklare Krankheiten in der Familie eines der Partner aufgetreten sind

Humangenetische Beratungsstellen gibt es in jeder größeren Stadt, so auch in Würzburg gleich mehrfach, bitte fragen Sie mich in der Praxis.

Ernährung in der Schwangerschaft?

  • Normal, nicht für 2 !!! Ansonsten gesunde vitamin- und ballaststoffreiche Kost, ausreichend Gemüse/Salate, mehr Vollkornprodukte, eigentlich die Dinge, die man bei leicht angestrengtem Nachdenken selber weiß. Daß Sie nicht zuviel Fette, und davon dann möglichst nur die gesunden (also auch möglichst wenig tierische Fette!) wie z.B. Olivenöl oder Keimöle verwenden sollen, steht eh in jeder Zeitung.
  • Was Sie nicht sollen:
    Fast-food, zuviel Büchsen- oder andere Konservennahrung (außer tiefgefrorenen Gemüsen, die aufgetaut fast wie frisch sind), auch Fertiggerichte sind meist wenig bis gar nicht hochwertig, vom Geschmack ganz zu schweigen. Keine Innereien und keine Raubfische (also: z.B. keinen Rotbarsch, Hecht, Thunfisch, keine Leber oder Nieren), sie können deutlich zu hohe Schadstoffkonzentrationen enthalten. Aber auch da hilft wie schon oben das leicht bis mäßig angestrengte Nachdenken in der Regel weiter, auch wenn zugegebenermaßen das mit den Raubfischen nicht so ganz Allgemeingut ist (das war es auch bei mir nicht).
  • Durchaus empfehlenswert sind auch Nahrungsergänzungsmittel (also Vitamine, Minerale, Spurenelemente, Jodid, Folsäure u.v.m.) speziell für die Schwangerschaft abgestimmt, da gibts jede Menge Gutes (es gibt auch kein wirklich schlechtes Produkt) und auch jede Menge Preisunterschiede bis zu 500 % (!!!), fragen Sie z.B. mich in der Praxis.
     

 

http://www.reprotox.de bei allen Fragen zu Medikamenten in der Schwangerschaft



Gesicht eines Fetus in der 16. Woche. Bild von L.Nilsson

3D-Ultraschall 23.Woche

Baaah. 3D in der 34.Woche